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Gelder

Bezirksregierung Düsseldorf genehmigt Haushalt 2026 des Kreises Wesel 

4.9.2026 Kreis Wesel (pd).  Die Bezirksregierung Düsseldorf hat den Haushalt 2026 des Kreises Wesel genehmigt. Damit kann der Kreis seine für dieses Jahr geplanten Maßnahmen und Investitionen umsetzen.

Der Haushaltsplan sieht für 2026 Gesamterträge von rund 883 Millionen Euro und Gesamtaufwendungen von rund 921,3 Millionen Euro vor. Unter Berücksichtigung eines globalen Minderaufwands von 10,3 Millionen Euro (pauschale Einsparvorgabe im Haushalt) ergibt sich ein geplanter Jahresfehlbetrag von rund 28 Millionen Euro.

Der Fehlbetrag kann vollständig durch die Ausgleichsrücklage gedeckt werden. Die allgemeine Rücklage (Teil des Eigenkapitals des Kreises) muss für das Jahresergebnis 2026 nicht in Anspruch genommen werden.

„Der Kreis Wesel steht wie viele Kommunen und Kreise vor erheblichen finanziellen Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, die vorhandenen finanziellen Spielräume verantwortungsvoll zu nutzen und gleichzeitig notwendige Zukunftsinvestitionen nicht aus dem Blick zu verlieren. Mit dem genehmigten Haushalt verfügt der Kreis nun über die Grundlage, seine Aufgaben und geplanten Investitionen im Jahr 2026 umzusetzen“, sagt Regierungspräsident Thomas Schürmann.

Landrat Ingo Brohl: „Der nun genehmigte Haushalt für das Jahr 2026 ist wichtig und gibt uns die Sicherheit, Maßnahmen wie geplant umzusetzen. Die Bezirksregierung bestätigt im Kern unser Vorgehen in Zeiten einer beispiellosen, bundesweiten kommunalen Finanzkrise. Diese hat ihre Ursache nicht in den Rat- und Kreishäusern, sondern ist verursacht durch fehlendes Wirtschaftswachstum und eine mangelhafte Finanzausstattung, insbesondere von Bundesleistungsgesetzen. Dennoch können wir auch im Haushalt 2026 die historisch niedrige Hebesatzlinie von 36.4 Punkten halten, nachdem wir im Jahr zuvor diese sogar leicht senken konnten. Diese Linie wird leider in den nächsten Jahren nicht zu halten sein. Deshalb, unabhängig von den Ursachen der kommunalen Finanzkrise, arbeiten wir weiter, allein schon aus dem Rücksichtsnahmegebot gegenüber unseren kreisangehörigen Kommunen, mit hohem Tempo und ordentlich Tiefgang mit unserem Anspruch ‚Konsolidieren, Fokussieren und Modernisieren‘ am Kreishaushalt bis hin zu einem freiwilligen Haushaltssicherungskonzept.“

Der Hebesatz der allgemeinen Kreisumlage liegt 2026 bei 36,4 Prozent und damit 0,2 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert. Über die Kreisumlage beteiligen sich die kreisangehörigen Städte und Gemeinden an der Finanzierung der Aufgaben des Kreises. Insgesamt werden über die allgemeine Kreisumlage rund 338,4 Millionen Euro von den kreisangehörigen Kommunen erhoben.

Auch bei weiteren Umlagen gibt es Veränderungen. Der Hebesatz der Jugendamtsumlage steigt von 25,25 Prozent im Jahr 2025 auf 26,1 Prozent im Jahr 2026.

Für den öffentlichen Personennahverkehr erhebt der Kreis eine ÖPNV-Umlage von insgesamt rund 7,97 Millionen Euro. Ab 2026 werden dabei erstmals 50 Prozent der Aufwendungen für die XBus-Linien der ersten Stufe berücksichtigt. Die Verteilung auf die kreisangehörigen Kommunen richtet sich insbesondere nach den Nutz-Kilometerleistungen und den Vereinbarungen zur jeweiligen Linienverantwortung.

Bei der seit 2019 erhobenen differenzierten Umlage für die Straßenbahnlinie 903 gibt es ebenfalls eine Anpassung. Die Stadt Dinslaken trägt 2026 einen Anteil von 80 Prozent der entsprechenden Betriebskosten. Daraus ergibt sich für die Stadt ein Betrag von rund 468.000 Euro.

Ein Schwerpunkt der Finanzplanung des Kreises liegt weiterhin auf Investitionen in Baumaßnahmen. Dazu zählt insbesondere die geplante Zentralisierung des Berufskollegs Dinslaken. Auch in den kommenden Jahren rechnet der Kreis mit negativen Jahresergebnissen. Vor Abzug des jeweils eingeplanten globalen Minderaufwands (pauschal eingeplante Einsparungen) werden für 2027 ein Fehlbetrag von rund 34,3 Millionen Euro, für 2028 von rund 26,7 Millionen Euro und für 2029 von rund 20,2 Millionen Euro erwartet.
Nach der derzeitigen Finanzplanung wird die Ausgleichsrücklage bis 2029 vollständig aufgebraucht sein.

Im Jahresabschluss 2026 soll zudem ein noch bestehender Betrag in Höhe von rund 1,08 Mio. Euro ausgebucht werden. Der Betrag resultiert aus den finanziellen Belastungen infolge der Corona-Pandemie und des Krieges gegen die Ukraine und wurde entsprechend der gesetzlichen Regelungen gesondert im Haushalt ausgewiesen. Die Ausbuchung hat keine Auswirkungen auf das Jahresergebnis 2026.

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