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260917 Sperrung in Schermbeck

Westnetz modernisiert Stromnetz  - Teil- und Vollsperrungen in der Schienebergstege ab dem 28.9.

22.9.2026 Schermbeck (pd). Die Anforderungen an die Stromnetze wachsen kontinuierlich. Der Ausbau erneuerbarer Energien, der zunehmende Einsatz von Wärmepumpen sowie die steigende Zahl von Elektrofahrzeugen erfordern eine leistungsfähige und intelligente Netzinfrastruktur. Aus diesem Grund modernisiert die Westnetz ihr Stromnetz in Schermbeck und errichtet im Bereich des Parkplatzes an der Schienebergstege eine neue digitale Ortsnetzstation.

Die Arbeiten beginnen in der Kalenderwoche 40 (ab 28.9.) und werden von der Firma Fernmeldebau Baumann GmbH ausgeführt. Im Zuge der bis circa Dezember andauernden Baumaßnahme, kommt es im vorderen Bereich der Schienebergstege bis zur Hausnummer 21 in Höhe Maximilian-Kolbe Schule zeitweise zu Teil- und Vollsperrungen. Die Anwohnerinnen und Anwohner können ihre Grundstücke während der gesamten Bauzeit erreichen. Die Zufahrt für die Feuerwehr bleibt jederzeit gewährleistet.

Im Rahmen der Maßnahme ersetzt Westnetz die bestehende Gebäudestation am Parkplatz durch eine moderne, digitale Ortsnetzstation. Zusätzlich werden neue Stromkabel verlegt und bestehende Leitungen erneuert. Im weiteren Verlauf erfolgen Kabelverlegearbeiten entlang der Schienebergstege in östlicher Richtung bis etwa auf Höhe der Grundschule.

Digitale Ortsnetzstationen erfassen kontinuierlich wichtige Netzdaten und ermöglichen eine schnellere Erkennung sowie Behebung möglicher Störungen. Dadurch erhöht sich die Versorgungssicherheit. Gleichzeitig schaffen die intelligenten Anlagen die Voraussetzungen für die weitere Integration erneuerbarer Energien sowie den Ausbau von Elektromobilität und Wärmepumpen.

Westnetz und die ausführenden Unternehmen bitten alle Verkehrsteilnehmenden sowie Anwohnerinnen und Anwohner um Verständnis für die entstehenden Verkehrsbeeinträchtigungen.

Cleve

Christian Cleve, Netzbetriebsingenieur bei Westnetz im Regionalzentrum Wesel, begleitet die Digitalisierung der Stromnetze

Interview zu dem Thema Digitale Ortsnetzstation und was sich dahinter verbirgt mit Netzbetriebsingenieur Christian Cleve

Christian Cleve arbeitet seit 1996 im Konzern und startete damals bei RWE. Seit der Gründung der Westnetz GmbH im Jahr 2013 ist er dort tätig. Aktuell ist er als Netzbetriebsingenieur im Regionalzentrum Wesel eingesetzt und beschäftigt sich unter anderem mit der Digitalisierung des Stromnetzes in den Kreisen Wesel und Kleve. Seit seinem Einstieg vor rund 30 Jahren hat sich in diesem Bereich vieles verändert, berichtet der Elektromeister im Interview. Zuverlässig, so Cleve, war das Stromnetz im Kreis Wesel und Kleve schon immer. Nun gewinnt es nach und nach an Intelligenz. Der Experte blickt zufrieden zurück auf die vergangenen Jahre.

Redaktion: Herr Cleve, wie fällt Ihre Bilanz der vergangenen Jahre im Hinblick auf die Digitalisierung des Stromnetzes aus?
Christian Cleve: Aus Netzsicht haben wir in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt. Im gesamten Versorgungsgebiet der Westnetz wurden weit über 1.000 digitale Ortsnetzstationen installiert. Diese Entwicklung ist notwendig, um den steigenden Bedarf an Netzanschlusskapazitäten zu decken, etwa durch erneuerbare Energien, Wärmepumpen oder Elektromobilität. Damit machen wir unser Stromnetz fit für die Anforderungen der Zukunft.

Redaktion: Wie sehen digitale Stromnetze eigentlich aus?
Christian Cleve: Digitale Stromnetze, auch Smart Grids genannt, sind deutlich intelligenter als klassische Stromnetze. Sie verknüpfen Erzeugung, Verbrauch, Speicherung und Netzbetrieb mithilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologien. Dadurch können beispielsweise Daten nahezu in Echtzeit erfasst und ausgewertet werden. Das ermöglicht es uns, Stromflüsse besser zu steuern, Engpässe frühzeitig zu erkennen und erneuerbare Energien optimal ins Netz zu integrieren.

Redaktion: Was genau sind digitale Ortsnetzstationen?
Christian Cleve: Digitale Ortsnetzstationen, auch digiONS genannt, sind modernisierte Transformatorenstationen und bilden das Rückgrat des lokalen Stromnetzes. Sie verbinden die Mittelspannungsebene mit der Niederspannungsebene und sorgen dafür, dass Haushalte, Gewerbe und kleinere Betriebe zuverlässig mit Strom versorgt werden.

Redaktion: Was unterscheidet digitale Ortsnetzstationen von klassischen Stationen?
Christian Cleve: Der große Unterschied liegt in der intelligenten Technik. Digitale Ortsnetzstationen erfassen und übermitteln kontinuierlich Daten aus dem Netz. Zudem können wir viele Schaltungen direkt aus der Leitstelle heraus steuern. Das ist besonders im Störungsfall ein großer Vorteil, da wir schneller reagieren und die Versorgung zügig wiederherstellen können. Insgesamt erhöht das die Versorgungssicherheit deutlich.

Redaktion: Welche Rolle spielen digitale Ortsnetzstationen für die Energiewende?
Christian Cleve: Mit der Energiewende steigen die Anforderungen an das Stromnetz enorm. Dezentrale Erzeugung durch Photovoltaik oder Windkraft sowie neue Verbraucher wie Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge führen zu dynamischen Lastflüssen. Digitale Ortsnetzstationen helfen uns dabei, diese Herausforderungen zu meistern. Sie ermöglichen eine bessere Integration erneuerbarer Energien, verhindern Überlastungen und sorgen für ein effizientes und datenbasiertes Netzmanagement.

Redaktion: Welche konkreten Vorteile ergeben sich daraus für Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger?
Christian Cleve: Kommunen profitieren vor allem von einer höheren Versorgungssicherheit, einer besseren Planbarkeit und einer zukunftsfähigen Infrastruktur. Für Bürgerinnen und Bürger bedeutet die Digitalisierung vor allem weniger Stromausfälle, eine schnellere Wiederversorgung im Störungsfall und bessere Voraussetzungen für eigene Anwendungen wie Photovoltaikanlagen oder Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Insgesamt steigern wir damit die Qualität und Zuverlässigkeit der Stromversorgung spürbar.