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Club der Pferdefreunde Schermbeck eV:  Wo Pferde Kindern neue Wege zeigen

11.8.2026 Damm (ak). Beim Club der Pferdefreunde Schermbeck 2023 eV stehen nicht Leistung und Perfektion im Mittelpunkt, sondern Begegnung, Verantwortung und gemeinsame Erlebnisse. 
Dafür engagieren sich vor allem junge Menschen mit bemerkenswert viel Zeit und Herzblut. Ein Pferd satteln, aufsitzen und eine Runde über den Reitplatz drehen, so sieht Reiten für viele aus. Beim Club der Pferdefreunde Schermbeck beginnt das Erlebnis jedoch lange vorher. Die Kinder helfen zunächst dabei, den Stall fertig zu machen, füttern die Tiere und bereiten „ihr“ Pferd selbst vor. Erst danach geht es auf den Platz. Und auch dort zählt nicht, wie lange oder perfekt geritten wird. Zwei junge Frauen - Lina und Laura Töns - zeigen am Hof besonderes Engagement und werden jetzt mit dem Ehrenamtspreis für ihren außerordentlichen Einsatz geehrt.
Im Mittelpunkt der Schermbecker Pferdefreunde steht die Entwicklung, die Kinder und Erwachsene durch die Zeit mit den Pferden erleben. Es geht um Verantwortung, Kommunikation und darum, sich auf ein Lebewesen einzulassen, das nicht einfach funktioniert, wie man es plant. Verantwortung haben auch die drei Töns-Frauen, die den Hof leiten.
Mutter Dajana fungiert als Vorsitzende und Hauptverantwortliche, als helfende Hände nicht wegzudenken sind allerdings auch ihre Töchter Laura und Lina Töns. Über den Kontakt zu Pferden entwickelte sich bei der Familie eine Leidenschaft, die schließlich zum eigenen Pferdebestand und zur Vereinsgründung führte. Inzwischen gehören drei Ponys und fünf Pferde zur Herde.

Liebe zum Hobby
Ihre Geschichte mit den Pferden begann früh. Vor rund 14 Jahren kam ein kleines Shetlandpony in die Familie. Was zunächst wie ein Kinderhobby begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einer gemeinsamen Leidenschaft und schließlich zu einem Verein. Heute ist daraus ein Alltag geworden, der mit einem klassischen Hobby kaum noch vergleichbar ist. Die Pferde müssen jeden Tag versorgt werden: vor der Schule, vor der Arbeit oder vor der Universität ebenso wie am Abend. Füttern, auf die Weide bringen, Stallarbeit, Futtermanagement und die gesamte Organisation liegen weitgehend in den eigenen Händen. „Pferde kennen kein Wochenende, keinen Urlaub und keinen Feiertag“, beschreibt die Familie die Verantwortung.
Und trotzdem klingt bei den beiden Schwestern keine Spur von Pflichtgefühl an. Sie machen es, weil sie es wollen. Weil Pferde zu ihrem Leben gehören und weil sie ihre Begeisterung mit anderen teilen möchten.

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Pädagogen auf vier Beinen
Die Pferde sind dabei nicht nur Reitpartner, sondern in gewisser Weise Pädagogen auf vier Beinen. Sie reagieren unmittelbar auf Körpersprache, Stimmung und Verhalten. Wer mit ihnen arbeitet, muss lernen, anders zu kommunizieren und manchmal auch einfach abzuwarten. „Mit Tieren zu arbeiten ist nicht planbar“, beschreibt das Team seinen Ansatz. Genau darin liegt ein wichtiger Lernprozess: Gewohnte Abläufe unterbrechen, entschleunigen und sich auf den Moment einlassen.
Besonders wichtig ist dieser Ansatz bei Kindern. Schon ab zwei Jahren gibt es Eltern-Kind-Gruppen. Die Gruppen bleiben bewusst klein, damit genügend Raum für jedes Kind und jedes Pferd bleibt. Bei den Jüngsten geht es zunächst weniger ums Reiten als um den Kontakt zum Tier und um gemeinsame Zeit mit den Eltern. Später kommen Bodenarbeit, selbstständiges Reiten und die Kommunikation vom Pferderücken aus hinzu. Die Töns-Frauen möchten Familien ermöglichen, für eine Weile aus dem durchgetakteten Alltag auszusteigen. Die Pferde schaffen dabei Nähe, ohne etwas zu verlangen. Sie geben Kindern die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, neue Formen der Kommunikation auszuprobieren und Rücksicht auf andere zu nehmen.
Gleichzeitig geht es durchaus sportlich zu: Ältere Reiterinnen und Reiter können an Turnieren teilnehmen. Seit diesem Jahr fährt der Verein auch mit Kindern und Jugendlichen zu Turnieren, die kein eigenes Pferd besitzen. Sie können mit den Vereinspferden Prüfungen reiten und so eigene Turniererfahrungen sammeln.
Lina und Laura wurden für eine Auszeichnung im Bereich Ehrenamt vorgeschlagen, der das Gremium des Gemeindesportverbandes Schermbeck gerne nachging und sie als Preisträgerinnen auswählte.

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