
Am Heideweg in Bricht wird ein Windpark gebaut - Am Donnerstag erfolgte der erste Spatenstich
9.10.2026 Bricht (geg). Gegründet im November 2019 aus Flächeneigentümern der Potentialflächen, hat sich die Bürgerwind Brichter Heide GbR die gemeinsame Planung, Errichtung und den Betrieb eines Bürgerwindenergieparks zum Ziel gesetzt. Aus den 18 Mitgliedern der Bürgerwind Brichter Heide GbR sind mittlerweile, gemeinsam mit weiteren Anwohnern und den Gemeindewerken Schermbeck, insgesamt 35 Gesellschafter als Betreibergesellschaft geworden. Die Investitionssumme beträgt 35 Millionen Euro. Gebaut werden vier Windenergieanlagen als Grundlage des Windparks. Die Narbenhöhe beträgt jeweils164 m.
„Wir haben viele Jahre geredet, abgewägt, geplant, diskutiert und verhandelt, bis Markus gesagt hat `Wir fangen jetzt an“, so Bernd Buchmann, Geschäftsführer Bürgerwind Brichter Heide Verwaltungs-GmbH. Sein Partner Markus Sümpelmann bekräftige: „Uns war wichtig das Projekt nicht Frankfurter Invenstoren zu überlassen, sondern das mit Bürgern zu bauen.“ Die Geschäftsführer freuten sich, dass sie einen großen Zuspruch und viel Unterstützung durch die Gemeinschaft erfahren hätten. Natürlich habe es hier und da Hürden und Diskussionen gegeben, aber: „Ein bischen Arm drücken gehört dazu“, scherzte Markus Sümpelmann.

v.li: Markus Sümpelmann und Bernd Buchmann
Die Umsetzung des Projektes wurde mit mehreren Partnern realisiert. Die Finanzierung übernehmen die Volksbank Schermbeck, die Niederrheinische Sparkasse RheinLippe (Nispa) und die Sparkasse Westmünsterland.“Blau und rot gehen hier einen gemeinsamen Weg, das ist selten“, freut sich Sümpelmann. Die Gemeinde Schermbeck und die Gemeindewerke sind von Anfang an dabei. Das Unternehmen Gelsenwasser half unter anderem bei den erforderlichen Antragstellungen. Im Genehmigungsverfahren gab es zudem eine enge Zusammenarbeit mit dem Kreis Wesel.
„Der Bürgerwind-Gedanke stellt einen zentralen Pfeiler dar, um die Entwickung und den Betrieb in Gemeinschaft mit den Anwohnern und lokalen Projektunterstützern sowie der Gemeinde Schermbeck zu realisieren, nicht zuletzt um dadurch eine hohe Akzeptanz in Schermbeck zu erzielen“ hieß es aus der Geschäftsleitung.

Die Geschäftsführer betonten, dass für den Projekterfolg die allgemein positive Grundeinstellung der Gemeinde Schermbeck und die aktive Unterstützung der Verantwortlichen in Politik und Verwaltung im Genehmigungsprozess sehr wichtig war. „Im Team mit dem Kreis Wesel als Genehmigungsbehörde war es möglich, unser Projekt im gesteckten Zeitrahmen bis zur BImSchG-Genehmigung zu führen“, so Buchmann. Gebaut werden die Anlagen von der Firma Nordex.
Bürgermeister Mike Rexforth befürwortete das Projekt und bescheinigte den Geschäftsführern eine hohe Professionalität in der Durchführung. Die Gemeindewerke Schermbeck sind mit 20 Prozent an dem Projekt beteiligt. Rexforth betonte: "Ich bin froh dass das funktioniert hat, so kommt ein Teil der Wertschöpfung den Bürgerinnen und Bürgern zugute."
Zahlen/Daten/Fakten
- Die ausgewählten Windenergieanlagen sind für eine Nennleistung von je 7 MW konzipiert.
- Die Gesamtanlagenhöhen betragen jeweils knapp 245 m.
- Die Gesamt-Kabeltrassenlänge zur Erschließung der vier Windenergieanlagen bis zum Einspeisepunkt ins Westnetz-Stromnetz beträgt rund 5.000 m. Dabei war es möglich, für einen Teil der Kabeltrasse Synergieen zu nutzen durch eine gemeinsame Verlegung mit den zwei benachbarten Windparks Schermbeck Overbeck und Erler Lohr. Dabei kommt dem Projekt auch der insgeamt relativ kurze Trassenweg zum Umspannwerk der Westnetz im Brichter Süden und die Bündelung der Übergabestationen aller drei Windparks auf einem gemeinsamen Grundstück in Nähe des Umspannwerks zu Gute.
- Wälder, Gewässer, Straßen und sonstige Bebauungen werden im Spülbohrverfahren unterfahren, Wälder insbesondere um das Wurzelwerk von größeren Bäumen zu schützen.
- Das Gesamtinvestment in den Windpark beträgt rund 35 Mio. €.
- Die Inbetriebnahmen der ersten Windenergieanlagen ist für Ende 2027 gaplant, die Fertigstellung des Windparks bis spätestens Ende Q1/2028.