
Die Hundetrainerin Tanja Nölscher wünscht sich: „Weniger urteilen- mehr respektieren“
7.10.2026 Schermbeck (geg). Die Hundetrainerin Tanja Nölscher hat sich vorgenommen ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt zu setzen. Aus diesem Grund lud sie Interessierte und Hundebesitzende am letzten Freitag zu einem „Toleranz Spaziergang" ein, denn es brodelt in ihr. „Weniger urteilen- mehr respektieren“, ist ihre Maxime, etwas das sie bewusst auch auf das menschliche Miteinander übertragen möchte.
Zum Treffen kamen große und kleine, junge und ältere, aufgeregte und ruhige Hunde. Viele kannten sich - andere kannten sich nicht. Aber alle kamen miteinander ins Gespräch - jede/r hatte seine ganz eigene „Hundegeschichte“. Fast jeder Teilnehmende konnte von Situationen erzählen, in denen von Außenstehenden vorschnell geurteilt wurde. Weil etwas vielleicht nicht so funktioniert hat, wie Außenstehende es erwarten. Weil der eigene Hund anders ist. Oder weil man selbst nicht in irgendeine Vorstellung davon passt, wie ein Hundehalter zu sein hat.
Tanja Nölscher hat erfahren: „Das Hundetraining zeigt mir jeden Tag, wie unterschiedlich Individuen sein können- und das unterschiedlich nicht automatisch schlechter oder falsch bedeutet.“

Ihre Begegnungen zeigen, dass die Menschen oft anhand eines einzigen Momentes Situationen oder Menschen und Tiere beurteilen. Wenn ein Hund Abstand braucht, heiße es: „Der ist unverträglich“, Trägt ein Tier einen Maulkorb ist er in den Augen der Mitmenschen meist gefährlich. Die Hundetrainerin bedauert das. Denn niemand wisse, ob nicht Monate Arbeit, Unsicherheit oder einfach nur die individuellen Bedürfnisse eines Hundes dahinter stecken.
Der Mischling Yoda ist zum Beispiel schon ein älterer Herr, hat Arthrose und bewegt sich gern. Manchmal, wenn ihn die Schmerzen plagen, dann kann er nicht mehr, dann kommt er in ein Transportwägelchen. Eileen könne „Lieder davon singen“, über die Bemerkungen, die sie beim Spazieren gehen mit ihrem Tier erhält. „Die sind nicht schön, jeder denkt, dass er weiß, was gut für den Hund ist“, erzählt sie.

Aber: „Auch der Mensch hinter dem Hund wird schnell beurteilt, das stelklklke sie immer wieder fest. „Was mich stört, ist das Schubladendenken“, so die Hundeliebhaberin Tanja. Es wird darüber geurteilt, warum und wie intensiv jemand seine Fellnase liebt. Mit Sprüchen wie: „Der Hund ist doch nur Kinderersatz“, oder „Das Tier ersetzt wohl den Partner“, könne sie nicht umgehen, denn „Vielleicht gibt der Hund Nähe, Struktur, Lebensfreude oder ist ein emotionaler Anker“.
Tanja Nölscher wünscht sich, dass Menschen darüber nachdenken, was Toleranz für jeden einzelnen bedeutet. Und sie betont: „Toleranz heißt für mich nicht, dass wir alle gleich sind der dieselbe Meinung haben müssen.“ Toleranz bedeute eher Unterschiede aushalten, Grenzen anderer respektieren und nicht bewerten was Mann/Frau nicht kennt oder versteht.
