
Masoud Mohamed aus Syrien startet einen Neuanfang bei "berger wohnen" an der Werkbank
7.10.2026 Schermbeck (js). Masoud Mohammed kam 2022 nach Deutschland. Bei Berger Wohnen macht der 29-Jährige heute eine Ausbildung zum Tischler und bringt dafür bereits sieben Jahre Berufserfahrung mit.
Als Masoud Mohammed im Frühjahr bei "berger wohnen" in Schermbeck vorbeikam, hatte er eine klare Vorstellung: Er wollte wieder als Tischler arbeiten. „Er stand bei uns im Geschäft und hatte ganz freundlich gefragt, ob er eine Ausbildung bei uns machen kann“, erinnert sich Kai Berger. Der Inhaber von "berger wohnen" sah schnell, dass der junge Mann zwar keinen anerkannten Berufsabschluss vorweisen konnte, dafür aber jede Menge praktische Erfahrung mitbrachte.
Masoud wuchs in Syrien auf, bevor er 2014 gemeinsam mit seiner Familie in die Türkei zog. Dort arbeitete er sieben Jahre lang als Tischler und lebte dort bis zu seiner Ausreise nach Deutschland im Jahr 2022. Der Weg nach Deutschland war für Mohammed vor allem mit der Hoffnung auf eine bessere Zukunft verbunden. In Syrien hatte er die Auswirkungen des Krieges erlebt. Zudem habe er als Kurde auch in der Türkei Probleme erfahren. „Ich habe gesagt, ich muss raus“, erzählt der 29-Jährige. Deutschland sei für ihn schließlich das Land gewesen, in dem er sich eine neue Perspektive aufbauen wollte.
Nach seiner Ankunft führte ihn sein Weg zunächst über Bochum, Essen und Moers, bevor er 2023 nach Schermbeck kam. Heute lebt er dort mit seiner Frau und den drei Kindern. Beruflich sollte es für ihn wieder zurück an die Werkbank gehen. Seit dem 1. August macht Masoud bei Berger Wohnen eine Ausbildung zum Tischler. Eigentlich ist es offiziell eine Umschulung, denn seine bisherigen Berufsjahre konnten nicht anerkannt werden. „Er hat keine Lehre oder keine Papiere über diese Zeit in der Türkei“, erklärt Kai Berger.
„Viele Dinge sind ihm vertraut. Aber einiges ist natürlich auch neu“, erklärt Kai Berger. Gerade seine praktische Erfahrung sei für den Betrieb wertvoll. Masoud kenne den Umgang mit Maschinen und Materialien bereits und habe dadurch einen anderen Ausgangspunkt als jemand, der ganz neu in das Tischlerhandwerk einsteige. Viel unterscheide sich nicht von seiner Arbeit in der Türkei. Holz, Plattenwerkstoffe und Maschinen seien ihm vertraut. Unterschiede gebe es vor allem bei den Rahmenbedingungen. In der Türkei habe er häufig zwölf Stunden am Tag und auch samstags gearbeitet. In Deutschland seien die Arbeitszeiten anders und auch auf die Arbeitssicherheit werde stärker geachtet.
Neu ist für Mohammed dagegen vieles rund um den deutschen Berufsalltag. Er besucht die Berufsschule und muss sich neben den fachlichen Anforderungen auch sprachlich zurechtfinden. Einen B1-Sprachkurs hat er bereits bestanden. Dabei bekommt er Unterstützung von seinem Arbeitgeber. Die Inhalte aus der Berufsschule würden anschließend gemeinsam besprochen, damit offene Fragen geklärt werden können. Ausbilder ist Tischlermeister Jonas Nickel.
„Wir sind ganz glücklich und kommen wunderbar miteinander aus“, freut sich Kai Berger über die Zusammenarbeit mit dem Syrer. Eine besondere Lösung wurde auch bei der Finanzierung der Ausbildung gefunden. Weil Masoud Familienvater ist und ein klassisches Ausbildungsgehalt für ihn und seine Familie nicht ausreichen würde, war er zunächst als Helfer eingestellt worden. Die Agentur für Arbeit unterstützt anschließend die Umschulung. So kann Masoud weiterhin ein höheres Einkommen beziehen und gleichzeitig den anerkannten Berufsabschluss nachholen.
Sein Ziel ist klar: Am Ende der dreijährigen Ausbildung möchte Masoud die Prüfung bestehen und einen anerkannten Abschluss als Tischler in der Hand halten. Damit könnte er seine langjährige Berufserfahrung mit einem in Deutschland anerkannten Berufsabschluss verbinden.
Privat ist der nächste Schritt allerdings noch nicht ganz geschafft. Masoud lebt mit seiner fünfköpfigen Familie derzeit in einer sehr beengten Wohnsituation. Deshalb suchen er und Kai Berger nach einer eigenen Wohnung in Schermbeck. Rund 970 Euro warm würden vom Jobcenter übernommen. Wer eine passende Wohnung für Masoud, seine Frau und den drei Kindern zu vermieten hat, kann sich gerne bei Kai Berger melden.