Wieder Verkehrschaos mit Ansage: Grüne kritisieren Mittelstraßen-Antrag von CDU, SPD und Die FRAKTION
17.3.2026 Schermbeck. Pressemitteilung von Bündnis90/Die Grünen Fraktion
Der gemeinsame Antrag der drei Ratsfraktionen CDU, SPD und Die FRAKTION (Antrag siehe unten) zur künftigen Verkehrsführung auf der Mittelstraße wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet. Die Schermbecker Grünen sehen in dem Beschlussvorschlag für die Sitzung des Planungs-, Umwelt und Mobilitätsausschusses am 25.3. um 16h das vorläufige Scheitern einer jahrelangen und kostspieligen Verkehrspolitik.
Zwei Versuche, kein Ergebnis – jetzt ein dritter Weg?
Was die Antragsteller als zukunftsweisende Lösung verkaufen, ist in Wirklichkeit ein Eingeständnis: Die beiden bisherigen Verkehrsversuche auf der Mittelstraße haben offenbar nicht das gebracht, was sich Politik und Verwaltung erhofft hatten. Die getroffenen Entscheidungen aus dem mit Geldprämien bedachten Gestaltungswettbewerb werden über den Haufen geworfen, weil man jetzt festgestellt hat, dass man die eierlegende Wollmilchsau doch nicht umsetzen kann. Wir hatten immer davor gewarnt und wurden dafür kritisiert.
Jetzt soll eine Kombination aus Einbahnstraße und Teilsperrung für den Individualverkehr her – ein Modell, das in dieser Form nie getestet wurde. Man fragt sich: Wozu dann die teuren Versuche? Das Geld der Schermbecker Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – ca. EUR 515.000 - wurde größtenteils schlicht verbrannt.
„Anlieger frei" – und wer kontrolliert das?
Der Bereich zwischen Apothekerstege und Burgstraße soll für den Individualverkehr gesperrt werden – mit den üblichen Ausnahmen für Anlieger, Lieferverkehr, ÖPNV und Rettungsfahrzeuge. Wer in einer sogenannten Anliegerstraße wohnt oder wohnte, kennt das Problem aus dem Alltag: Die Diskussion darüber, wer ein berechtigtes Anliegen hat und wer nicht, ist endlos und kaum zu entscheiden. Soll das die Gemeindeverwaltung klären? Die Polizei? Oder die Anwohnerinnen und Anwohner selbst? Auch die Verwaltung weist in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass eine Durchsetzung des Verbots aufgrund des großen Nutzerkreises nur eingeschränkt möglich ist – und dass mit einer teilweisen Missachtung der Beschilderung zu rechnen ist. Eine Regelung, die niemand kontrollieren kann, ist keine Regelung.
Die Seitenstraßen als Leidtragende
Auffällig ist, was im Antrag fehlt: eine Aussage zur Steuerung der Verkehrsströme. In den bisherigen Verkehrsversuchen wurde zumindest noch der Anspruch formuliert, den Verkehr aktiv zu lenken. Davon ist im aktuellen Antrag nichts zu lesen. Dabei ist das Ergebnis absehbar: Wer nicht durch die Mittelstraße darf, weicht aus –insbesondere auf Georgstraße, Bösenberg, Pöttekamp, Apothekerstege, Landwehr und die übrigen Nebenstraßen rund um den Ortskern. Die Verwaltung bestätigt diese Befürchtung ausdrücklich in ihrer Stellungnahme. Anwohnerinnen und Anwohner dieser Straßen dürfen sich also darauf einstellen, künftig deutlich mehr Durchgangsverkehr vor ihrer Haustür zu haben – ohne dass der Antrag hierfür auch nur ansatzweise eine Lösung anbietet.
Fahrradstraße als Alternative prüfen!
In selbiger Ausschusssitzung wird auch der Alternativvorschlag der Grünen beraten. Die Fraktion schlägt vor, die Mittelstraße als Fahrradstraße mit Freigabe für den motorisierten Verkehr auszuweisen. „Damit stärken wir den Radverkehr, erhalten die Erreichbarkeit für Anwohner, Lieferverkehr und Busse und bleiben gleichzeitig flexibel für spätere Anpassungen“, sagt Fraktionsvorsitzender Dr. Stefan Steinkühler. Ziel sei eine einfache, wirtschaftliche und funktionale Gestaltung der Mittelstraße – „mit mehr Aufenthaltsqualität und dem klaren Grundsatz: Autos sind hier nur Gäste.“
Der Antrag

