
Jetzt jagen sie wieder - die Wurstjäger in Gahlen - soweit die Füße tragen
19.1.2026 Besten (geg). Am Samstagmorgen war es wieder soweit. Bei frühlingshaftem Wetter zogen rund fünfzig Männer ab 16 Jahren durch die Bauernschaft Besten, um Würste einzusammeln. Dabei überwanden sie Hecken und Zäune, erklommen den „Mount Besten", überwanden den „Schnapsington River“ und hatten eine Menge Spaß bei dieser feuchtfröhlichen Wanderung, bei der diesmal wieder die Ehemaligen dabei sein durften. Natürlich gehörte bei den Älteren auch das Schwelgen in Erinnerungen an so manches Döneken dazu. „Aber Details erzählen wir hier lieber nicht“, so Matthias Rittmann lachend.
Frühmorgens um sieben hat sich die Truppe bei Familie Fengels getroffen, um danach in zwei Gruppen auszuschwärmen. Der 73-jährige Friedhelm Lehmbrock war der Älteste unter ihnen.
Bei der Wurstjagd ist immer auch Geschicklichkeit gefragt, denn es geht hier nicht immer nur über grade Wege. Es werden Zäune und Hecken überwunden und hier und da auch über andere kleine Hindernisse gestiegen. Die Anwohner freuen sich und sind in jedem Jahr gut vorbereitet. Bei einigen Familien werden sie zum Frühstück und Mittagessen versorgt. Bei der Familie Nuycken gibt es in diesem Jahr das Frühstück- am hübsch gedeckten Tisch greifen die Männer herzhaft zu.
Das Wurstjagen in Gahlen hält die Generationen zusammen. Das beginnt bereits in der Kindheit. Durch verschiedene Aktionen in der Bauernschaft Besten, wie zum Beispiel das Martinssingen werden bereits die Kinder zusammengebracht. „Das hat zur Folge, dass alle die Gemeinschaft lieben und wenn sie wegziehen, zum Wurstjagen nach Hause kommen“, freut sich Anke Isselhorst über das Heimatgefühl der jungen Menschen.
Zum Veteranenlauf nach Hause kommt jedesmal auch Thomas Kleinsteinberg. „Das ist echtes Heimatflimmern“, erzählt er lachend und zeigt stolz historische Fotos vom Wurstjagen aus dem Jahr 1952. Und er hat dabei eine Bitte, denn er möchte die älteren Fotos archivieren. Wer solche Fotos noch besitzt kann mit ihm unter email
Um die älteren Teilnehmer zu schonen- “Schließlich ist der Schnapskonsum über den Tag verteilt nicht unerheblich und viele können dann am Abend nicht mehr“, berichtet der Vorsitzende des Junggesellenvereins Torben Scholten, findet das Wurstessen eine Woche später, also am 24.1. ab 15 Uhr im Saal Schult statt. Hierzu ist jeder, der Lust auf Bestener Gemeinschaftsgefühl hat, eingeladen.
Diese alte Tradition gIbt es in Gahlen-Besten, Dorsten-Östrich, Gahlen-Dorf und Heisterkamp, wobei Besten in jedem Jahr den Anfang macht, die weiteren folgen jeweils am nachfolgenden Samstag. Das Spektakel beginnt jeweils Freitagsabends mit dem Kartoffel schälen der unverheirateten Mädchen, dem Würste sammeln ab Samstagmorgen und der abendlichen Party. Alle 11 Jahre dürfen die Ehemaligen aktiv dabei sein.
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