Ausbildung mit Feingefühl: Paulina Roßbach schmiedet ihre Zukunft
17.1.2026 Schermbeck (js). Viele junge Menschen entscheiden sich nach dem Abitur für ein Studium oder für klassische Ausbildungsberufe im Büro, im Handel oder im sozialen Bereich. Dass sich jemand bewusst für eine Ausbildung zur Goldschmiedin entscheidet, ist dagegen eher selten. Die 21-jährige Dorstenerin Paulina Roßbach hat genau diesen Weg gewählt. Sie befindet sich im zweiten Ausbildungsjahr und arbeitet im Atelier „EDEL UND METALL“ bei Goldschmiedmeisterin Anja Mettler in Schermbeck.
Die Begeisterung für Schmuck begleitet Paulina schon seit ihrer Kindheit. „Ich habe früher eigene Perlenketten und Armbänder gebastelt“, erzählt sie. Glitzer, Formen und Materialien faszinierten sie früh. Trotzdem war ihr beruflicher Weg nach der Schulzeit zunächst unklar. „Handwerklich war ich immer gut und es hat mir Spaß gemacht“, sagt die 21-Jährige. „Aber ich wollte auch etwas machen, bei dem ich kreativ sein kann.“
Den entscheidenden Impuls brachte schließlich ein Praktikum bei Goldschmiedmeisterin Anja Mettler in Schermbeck. Schon in dieser Zeit fertigte Paulina ihren ersten eigenen Silberring an – ein Schmuckstück, das sie bis heute trägt. Die Erfahrung überzeugte sie so sehr, dass sie sich nach dem Abitur für die 3,5-jährige Ausbildung zur Goldschmiedin entschied.
Der Beruf verlangt vor allem eines: Geduld und Fingerspitzengefühl. An manchen Schmuckstücken arbeitet Paulina mehrere Tage. Jeder Handgriff muss sitzen, jeder Millimeter stimmen. „In der Ausbildung wird zunächst vor allem das Handwerkliche geübt“, erklärt Ausbilderin Anja Mettler. „Das Kreative kommt meist erst, wenn man die Techniken sicher beherrscht.“ Präzision sei das Fundament – erst darauf könne Gestaltung aufbauen.
In den vergangenen Monaten hat Paulina bereits eigene Ohrringe, Ketten und Ringe gefertigt. Ein besonderer Moment war es für sie, als eines ihrer Stücke erstmals im Schaufenster ausgestellt und anschließend sogar verkauft wurde.
Mittlerweile hat Paulina die Hälfte ihrer Ausbildung geschafft – und zieht ein durchweg positives Fazit. Aktuell bereitet sie sich auf ihre Zwischenprüfung im April vor. Für den theoretischen Teil des Handwerks besucht sie blockweise die Berufsschule in Essen.
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