
Der Schafsmarkt ist neben dem Schützenfest wohl das wichtigste Fest im Dorf Gahlen
10.8.2026 (geg). Es war ein imposantes Bild, das sich den Zaungästen bot, als die große Herde Schwarzkopfschafe am Sonntagmittag über die Kirchstraße zog. „Komm, Komm“ - einzig dieses Kommando reichte aus, damit die Tiere dicht gedrängt ihrem (Wander) Schäfer Maik Dünow folgten. „Wir möchten gehört werden“, diese Bitte sprach Schäfer Maik Dünow anlässlich des Schafsmarktes in Gahlen aus. Zumindest an diesem Tag wurde seine Bitte sicher nicht überhört. Begleitet von zahlreichen Politikern des Landes und der Kommune, die eigens aus diesem Anlass eine Schäferkutte trugen, zog die Schafherde über die Kirchstraße.

Unter anderem dabei waren Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, René Schneider (MdL), Stephan Wolters (MdL) und Dr. Josef Tumbrink, Leiter der Abteilung Artenschutz im NRW-Umweltministerium, Landrat Ingo Brohl und Bürgermeister Mike Rexforth. Dicht gedrängt säumten die Menschen den Straßenrand, um die etwas andere Demonstration anzusehen. Der Grund für den Gang: Mit dem Hirtenzug 2026 machen die Schäferinnen und Schäfer derzeit auf ihre schwierige Situation mit zu viel Bürokratie und zu wenig Nachwuchs aufmerksam. Sie befürchten das Aussterben eines Jahrhunderte alten Berufszweiges.

Eingebettet war der Hirtenzug in den Schafsmarkt Gahlen, der alle drei Jahre in dem Lippedörfchen stattfindet und auch in diesem Jahr wieder zum Publikumsmagnet wurde. Die Besucher kamen aus der ganzen Region und belohnten damit die einjährige Vorbereitungszeit des Heimatvereines Gahlen, die mit viel Herzblut durchgeführt wird. Und trotz des immensen Aufwandes richtete der zweite Vorsitzende Markus Walbrodt seinen Blick zuversichtlich in die Zukunft und versicherte: „Der Schafsmarkt wird auch in drei Jahren wieder stattfinden.“
In den 60er Jahren fand der Schafsmarkt an der Gaststätte "Gahlener Hof" statt. "Hier versteigerte Gerd Becks zugunsten des Junggesellenvereines nicht selten bis zu acht Schafen und auch Ponys", berichtete Jürgen Höchst, der Vorsitzende des Heimatvereines. Mit der Schließung des Gahlener Hofes, geriet auch der Schafsmarkt ins Wanken. Im Jahr 2004 wurde die "Schopskärmes" vom Heimatverein wieder aufgegriffen und neu in Szene gesetzt. Bis zum Jahr 2018 fand die Veranstaltung jährlich statt. Die immensen Kosten und der Arbeitsaufwand veranlassten den Heimatverein allerdings, dem Schafsmarkt einen dreijährigen Rythmus zu verpassen.

Das Fest, dass vor 100 Jahren noch jährlich gefeiert wurde und bei dem sich die Landbevölkerung mit Vieh eindecken konnte, dient heute eher der allgemeinen Geselligkeit. Ein buntes Rahmenprogramm unter anderem mit kühlen Getränken und leckerer Kost, Kreativständen, Bullriding, musikalischer Unterhaltung und Dekorationsartikeln und mehr lockte dabei nicht nur die Gahlener auf den rappelvollen Parkplatz Törkentreck. Die „Küchenfeen“ des Heimatvereins die für köstliche Reibekuchen Waffeln und mehr sorgten, gerieten am Sonntagnachmittag dabei sichtlich an ihre Grenzen, denn immer wieder bildeten sich lange Schlangen vor dem Stand.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Kickerturnieres, welches vom Gemeindesportverband und dem TuS Gahlen durchgeführt wurde. Sehr zur Freude vom GSV Vorsitzenden Thorsten Schöder nahmen 10 Mannschaften teil. Sieger wurde die Mannschaft KG Starkes Handgelenk.
Zum zweiten Mal konnte durch die Zusammenarbeit mit dem Kreisschafszuchtverein auch wieder ein sogenanntes Schafsdorf eingerichtet werden. Der Heimatverein freute sich über diese Symbiose, die dabei entstanden ist. Groß und Klein erfuhr hier Wissenswertes über 14 unterschiedliche Schafsrassen die vor Ort waren. Einen zweiten Blick richteten dabei nicht wenige auf die Vierhornschafe, die nicht oft zu sehen sind. Eine Schafsschur wurde demonstriert und auch Spinnerinnen ließen sich gern über die Schulter schauen. demonstrierten wie aus der Wolle Garn wird. “Ich liebe es die Wolle in der Hand zu haben“, berichtete Spinnerin Regina Storks.

Traditionell werden beim Schafsmarkt zugunsten des Junggesellvereins in jedem Jahr zwei Schafe versteigert. Die amerikanische Versteigerung wurde von Moderator Hans Kutscher mit launigen Sprüchen vorgenommen. Übrigens wurde Christiane Rittmann Schäferin weil ihr Vater vor 47 Jahren auf dem Schafsmarkt ein Schaf ersteigert hat. "Seitdem hat mich der Beruf nicht mehr losgelassen", erzählte sie.
Tanzdarbietungen der Göhlzen Dänzer durften bei dem vielseitigen und abwechslungsreichen Programm der Veranstaltung nicht fehlen, genauso wie die Sketche der Laienspielschar, die erfolgreiche Angriffe auf die Lachmuskeln starteten.
Viele Fotos in der Fotogalerie: https://schermbeck-grenzenlos.de/index.php/rmichel/703-schafsmarkt-2026-fotos-rainer-hoheisel-und-gaby-eggert
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