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 Norbert Elgert: "Jungen Menschen helfen, ihre Träume zu entfalten und ihre Ziele zu verwirklichen

 4.11.2026 Schermbeck (ab). Die drängendste Frage kam gleich zu Beginn auf den Tisch. Norbert Elgert, der unter den Fußball-Trainern hierzulande einen herausragenden Ruf genießt, sollte zur aktuelle Situation seines Arbeitgebers Stellung beziehen. Der Rahmen war verhältnismäßig klein, weil der inzwischen 69-jährigen Fußballlehrer am Mittwochmorgen einem Auditorium von rund 70 Gästen Rede und Antwort stand. Die Jugendtrainer-Legende in Diensten des FC Schalke 04 war geladener Prominenter des Schermbecker Business-Clubs, der zum insgesamt sechsten Mal zum gemeinsamen Treffen ins Abrahamhaus an der Sportanlage des Fußball-Oberligisten gebeten hatte. „Wir haben mit Geschäftsführer Frank Baumann und Trainer Miron Muslic zwei handelnde Personen, bei denen wir keine Veränderungen brauchen”, so Elgert im Gespräch mit Paul Underberg, Initiator des Business Clubs, der durch die rund einstündige Veranstaltung führte „Wenn unsere zahlreichen Verletzten wieder fit sind und wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten im Winter verstärken, wird es sicher wieder besser werden.”

Seit mehr als 30 Jahren arbeitet Elgert als verantwortlicher Trainer in der sogenannten Knappenschmiede, dem Nachwuchszentrum des FC Schalke 04, und betreut dort die U19 des Bundesligisten, allerdings ist der Klub nach einem euphorischen Aufstiegsjahr zwar in der ersten Liga angekommen, wird dort aber gerade bis in die Abstiegszone durchgereicht. Dass das auch den Jugendtrainer beschäftigt, überrascht nicht, dennoch bleibt Elgert angesichts der angespannten Lage gelassen. Er selbst hat zeit seines Lebens niemals eine Profimannschaft trainiert. Warum das so ist und warum die Passion dem Nachwuchs gehört, verriet er den anwesenden Gästen. „Ich habe das nie so in mir gespürt, Profitrainer zu werden”, so Elgert. „Ich habe stets größere Erfüllung darin gefunden, jungen Menschen zu helfen, ihre Träume zu entfalten und ihre Ziele zu verwirklichen.”

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Dass der prominente Gast darüber hinaus tiefe Einblicke in seine Trainings- und Ausbildungsarbeit gab und dabei jede Menge Querverweise mit lehrreichen Beispielen auch für die Unternehmerwelt eröffnete, dürfte die interessierte Schermbecker Zuhörerschaft begierig aufgenommen haben. Dabei fielen immer wieder auch Begriffe wie Respekt, Toleranz, Integrität, aber auch Demut. „Demut”, so sagt Elgert, der unter dem Titel „Gib alles – aber nie auf” auch als erfolgreicher Buchautor in Erscheinung trat, „ist nicht etwa fehlender Mut.” Es sei aber sehr wohl die Abwesenheit von Arroganz. „Ein guter Fußballer zu sein, erhebt dich nicht über andere Menschen.”

Mit anderen Worten: Elgert fördert bei seinen Schützlingen keineswegs nur die fußballerischen Qualitäten. Das eine sei wichtig, so sagt er, aber es gehe eben auch darum, Werte und Einstellung zu vermitteln. Charaktereigenschaften wie Anstrengungsbereitschaft, Durchhaltevermögen und Widerstandsfähigkeit seien auf einem erfolgreichen Weg mindestens ebenso bedeutsam. „Jeder Nachwuchsspieler muss Hindernisse und Schwierigkeiten überwinden”, sagt er. „Talent allein stellt dich nur in die Tür, die anderen Dinge bringen dich dadurch.”

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Seine Theorie: Ein Toptalent mit schwacher Einstellung wird immer überholt von einem Durchschnittstalent mit super Einstellung. Er sagt: „Wem es als Kind zu leicht gemacht wurde, wird es später schwer haben.” Das heißt, er will den Nachwuchs fördern – und fordern. So jedenfalls führt er seine Nachwuchsmannschaften und kann dabei auf zahlreiche Erfolge zurückblicken. Neben seinen 57 Bundesligaspielen und einem Zweitliga-Meistertitel als Spieler gewann er als Trainer gleich mehrere Meisterschaften und Pokale mit der U19 seines Vereins. Mehr als 150 Kicker sind unter seiner Führung zum Profi geworden. Dafür wurde er bereits 2013 mit dem Trainerpreis des deutschen Fußballs ausgezeichnet. „Meine Erfolge sind immer gemeinsame Erfolge”, sagt er. „Ich habe nichts allein geschafft.”

Dass Elgert zudem in Schermbeck einige alte Weggefährten begrüßen konnte, hat damit zu tun, dass er von 1990 bis 1992 – also vier Jahre bevor der inzwischen verstorbene Schalke-Manager Rudi Assauer ihn als A-Jugend-Trainer verpflichtete – den SV Schermbeck coachte. „Das ist ein klein wenig wie nach Hause kommen”, sagt er und blickt über die Sportanlage, wo er einst als Spielertrainer agierte. „Hier kommen noch viele Erinnerungen zurück.”

Text Arnulf Beckmann- Fotos SV Schermbeck