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 OliWirtz

Vor 10 Jahren aus einer Weinlaune heraus einen Gin entwickelt

25.8.2026 Schermbeck (abe). Streng genommen ist der Mann Inhaber einer Medienagentur. Und das schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert. In Schermbeck in der Schillerstraße betreibt Oliver Wirtz dieses Business bereits seit 1999 erfolgreich, wobei es um Web-Design, Online-Shops und Veranstaltungsmanagement geht. Aber irgendwie war ihm dieses Leben in der Selbständigkeit offensichtlich nicht genug, denn irgendwann kam der Mann auf die Idee – gemeinsam mit seinem guten Freund Antoine Dubois, einem Wein- und Feinkostspezialisten aus Dorsten – seinen eigenen Gin zu kreieren. „Ich habe stets sehr gern Gin getrunken”, erzählt Wirtz beim Besuch in seinem Office. „Und dann haben wir aus einer Weinlaune heraus begonnen, unseren eigenen Gin zu entwickeln.”

Gin

Im Rückblick erzählt Wirtz von den Geburtswehen dieser Idee. Die beiden Gin-Liebhaber saßen damals oft und lange zusammen und dachten über entsprechende Rezepturen nach. Koriander, Kardamon, Melisse, aber auch Ingwer und Zitrone waren jene Ingredienzien, von denen sie sich inspirieren ließen. Mit all diesen Gedanken und Impulsen zogen sie los und suchten eine Brennerei, um ihre Rezepturen auch entsprechend umzusetzen und auszuprobieren. „Wir hatten weit mehr als zwei Dutzend Ansätze”, so Wirtz über die Gründerzeit, in der beide endlose Gespräche mit den jeweiligen Brennmeistern führen mussten. „Wir haben tatsächlich eine Menge Probeflaschen gebrannt, bis sich – wenn man so will – unsere favorisierte Kreation herauskristallisierte.”

Das ist nun ziemlich exakt zehn Jahre her, und das einst gemeinsame Unterfangen ist mittlerweile ein Soloprojekt des Schermbeckers Gin-Masters geworden. Die Passion ist allerdings geblieben. Was als „Spaßprojekt” einst begann, ist heute eine Erfolgsgeschichte. Gin aus Schermbeck ist längst zu einem Markenzeichen geworden. Mehr noch: Die Produktpalette hat sich über die Jahre deutlich ausgeweitet. Neben dem Gin aus Schermbeck vertreibt Wirtz inzwischen auch Eierlikör und Rum. „Der Rum ist ein wahrer Renner geworden”, sagt er und empfiehlt das 40-prozentige Destillat mit vanilligem Nachgeschmack zu Cocktails wie Cuba Libre oder Mochito. „Man kann ihn allerdings auch pur genießen.” Das gilt natürlich auch für den Gin, der in einer ersten Broschüre wie folgt angekündigt wurde: „Die Gewürze so stark wie das Meer. Der Geschmack so sanft wie die Dünen. Ein Genuss für alle Gezeiten.” Sicher nicht schlechter schmeckt der Gin mit einem entsprechenden Tonic.

danke

 

Eine lange Reise hat Wirtz demnach bereits hinter sich. Heute vertreibt er seine Produkte über den eignen Online-Shop und präsentiert sich noch immer gern auf diversen Veranstaltungen, auch wenn Wirtz, der einst unter anderem als Organisator und Veranstalter für das Schermbecker Gourmetfest verantwortlich zeichnete, seit der Corona-Pandemie diesem Geschäftszweig den Rücken gekehrt hat. Das war auch die Zeit, in der es insgesamt ruhiger wurde um ihn und seine Projekte. Aber seit dem Ende der Pandemie hat er begonnen, das Business wieder aufleben zu lassen. „Ich habe viele Stammkunden für meine Produkte, die übrigens allesamt auf Biobasis hergestellt werden”, sagt er. „Und zum Teil sind wir sogar im Einzelhandel gelistet, auch wenn das von der Vertragsseite her durchaus schwieriger ist.”

Tatsächlich kann der Interessent – egal, ob Gin, Rum- oder Eierlikör-Fan – die Produkte, die Oliver Wirtz vertreibt, inzwischen in der Geschenkboutique Ständer, bei Bauer Graf, in Dorsten bei Barista &Uomo, in der Weinhandlung „Schneeweiß und Rosenrot” und selbst in der Florawelt erstehen. „Das macht mir einen Riesenspaß, auch wenn das Geld verdienen dabei eher übersichtlich bleibt”, so Wirtz.

Gin 2

Einmal, das ist schon länger her, meldete sich Sternekoch Frank Rosin bei ihm und rief ihm seine Begeisterung über seinen Gin durchs Telefon zu. Er fände diesen Wacholderbrand „geil”, erinnert sich Wirtz an das Gespräch, das keineswegs folgenlos blieb. Wirtz und Rosin trafen sich zu diversen Gin-Tastings und entwickelten eine eigene Edition _ der sogenannten „white edition” – mit dem Grundgeschmack Mandarine. Gleich 2.500 Flaschen haben die beiden in Koproduktion herstellen lassen, bis auf wenige Einzelexemplare ist inzwischen alles vergriffen. „Wir hatten sogar schon eine zweite Reihe in Planung, aber seitdem Frank verstärkt medial unterwegs ist, ist dieser Gedanke in den Hintergrund gerückt.”

Nicht schlimm, findet Wirtz, er habe auch so hinlänglich zu tun. Sein mittelfristiges Ziel sei es nach wie vor, auch die Gastronomie von seinen Produkten zu überzeugen. So wie es einst bei Frank Rosin gelang. Das hat nicht nur einen geschäftlichen Hintergrund. „Ich koche selbst sehr gern und bin auch in dieser Hinsicht ein kreativer Mensch”, sagt Wirtz, der von der Abfüllung über den Verschluss der Flaschen bis hin zur selbstentworfenen Etikettierung alles händisch im Eigenregie macht. „Aber am allerwichtigsten ist der Spaß, der mir dieses gesamte Projekt nach wie vor bereitet.”