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Ehrenmal

"Schützen wir unsere Demokratie so leidenschaftlich, wie wir unsere Traditionen pflegen"

15.5.2026 Weselerwald. Der Schützenverein Weselerwald und Umgebung beginnt sein Traditionsfest in jedem Jahr mit der Kranzniederlegung am Ehrenmal. Präsident Kai-Uwe Schwarz sprach mahnende Worte:

Sehr geehrte Schützen, verehrte Gäste
wir stehen hier wie in Jedem Jahr zu Beginn unseres Schützenfestes vor unserem Ehrenmal – einem Bauwerk, das Namen trägt. Namen von Söhnen, Vätern und Brüdern unserer Gemeinschaft, die aus ihrer Mitte gerissen wurden.
Wenn wir heute der Gefallenen und der Opfer der Weltkriege gedenken, dann tun wir das nicht nur aus Tradition. Wir tun dies, weil dieses Ehrenmal auch eine mahnende Botschaft für unsere heutige Gesellschaft in Sich trägt.
Es ist ein Privileg in Frieden leben zu können. Das ist angesichts der heutigen Kriege und Konflikte keine Selbstverständlichkeit mehr. Diesen Frieden gilt es Tag für Tag mit unserem Handeln und unserer Entschlossenheit zu waren.
Hass beginnt im Kopf - Krieg beginnt nicht erst mit dem ersten Schuss. Er beginnt lange vorher. Er beginnt dort, wo Worte zu Waffen werden. Hier lehrt uns die Geschichte: Bevor die Panzer rollten, wurden Mauern in den Köpfen errichtet.
Es begann mit dem Fingerzeig auf „die Anderen“.

Es begann mit Populismus, der komplexe Probleme in einfache Sündenböcke verwandelte. Extremismus ist kein plötzlicher Sturm – er ist ein schleichendes Gift, das erst das Mitgefühl lähmt und dann den Verstand ausschaltet.
Hass und Hetze sind die Saat, aus der Gewalt erwächst. Das war vor 90 Jahren so, und die Mechanismen dahinter haben sich leider nicht verändert.
Wenn wir unsere heutige Gesellschaft genau betrachten, sehen wir bereits Risse und vielleicht sogar schon Spaltungen in unserem demokratischen Gefüge. Wir erleben eine Zeit, in der die Sprache schärfer und der Ton rauer wird.

Populismus beginnt nicht mehr in abgeschotteten Räumlichkeiten, viel mehr sind die sozialen Netzwerken und Medien zu einer Plattform geworden auf der extremistische Kräfte ihre Botschaften verbreiten. Mal mehr mal weniger offensichtlich. Wir sehen, wie Populisten erneut versuchen, uns zu spalten – in „wir“ gegen „die“. Ausgrenzung beginnt dort, wo Menschen in unserer Gesellschaft eine Wertigkeit zugewiesen wird.
Extremismus und Populismus sind keine Gefahren der Vergangenheit, sondern nach wie Gefahren des Hier und Jetzt. Er tarnt sich oft als Sorge um die Heimat, doch in Wahrheit untergräbt er genau die Werte, die unsere Heimat lebenswert machen: Freiheit, Respekt und den Zusammenhalt.
Wir Schützen wissen, was Gemeinschaft bedeutet. In unserem Leitbild steckt die Verpflichtung, füreinander einzustehen – egal, woher jemand kommt oder woran er glaubt. Schützen wir unsere Demokratie so leidenschaftlich, wie wir unsere Traditionen pflegen. Wahre Stärke zeigt sich nicht in der Ausgrenzung, sondern in der Solidarität.

Wir müssen uns als Menschen begegnen, nicht als Gegner. Denn nur so stellen wir sicher, dass die Namen auf diesem Stein das bleiben, was sie sein müssen: eine Mahnung aus der Vergangenheit – und keine Prophezeiung für unsere Kinder.
Wir wollen jetzt zum einen als Zeichen unseres Gedenkens und der Wertschätzung unserer gefallenen Kameraden und Ahnen und zum anderen in der Hoffnung den Frieden noch lange bewahren zu können, diesen Kranz an unserem Ehrenmal niederlegen.
Wir werden euch nicht vergessen und in Ehren halten