
Marvin Schallenberg und Alexander Poger erzählen von ihrer Leidenschaft, dem Rennradfahren
9.5.2026 Schermbeck (geg). Oft beginnt eine sportliche Tätigkeit als Ausgleich. Manchmal wird diese auch schonmal zu einer Lebensweise mit dem Ziel an körperliche Grenzen zu gehen und sich immer wieder selbst herauszufordern. So war es auch bei Marvin Schallenberg und Alexander Poger deren Leidenschaft das Rennradfahren ist.
Schallenberg tritt bereits seit 11 Jahren regelmäßig in die Pedale, sein Schwager Alexander Poger hat sich vor einem Jahr „anstecken“ lassen und ist seitdem ebenfalls nicht mehr zu bremsen.
Das Training findet fast täglich vor Ort statt – rund um Schermbeck, was für beide mittlerweile die feste Trainingsbasis geworden ist. Am 19. April sind sie beim Rennen am Neusiedler See in Österreich gestartet- einem Qualifikationsrennen für die Gran Fondo WM in Japan sowie die EM in Italien. Dabei hat Marvin Schallenberg in seiner Altersklasse den 24. Platz erreicht und sich für die WM in Japan und die Teilname an der EM qualifiziert. Schallenberg zeigt sich glücklich. "Monate aus Struktur, Verzicht, Schmerzen und genau den Momenten, in denen man sich fragt, warum man sich das antut und es dann trotzdem durchzieht. Es sind nicht nur die Beine, die dich dahin bringen. Es ist der Kopf, der entscheidet, ob du weitergehst, wenn es weh tut."
Alexander Poger ist in seiner Altersklasse auf Platz 67 gelandet. Damit hat er die Qualifikation für Japan und Italien nur knapp verpasst. Stolz ist er mit Recht trotzdem, denn: Nach nur einem Jahr Training hat er bei der WM Qualifikation in Österreich eine Menge Leute hinter sich gelassen.

Alexander Poger
Aber wie fing alles an:
Als der Berufsfeuerwehrmann Marvin Schallenberg sich vor 11 Jahren das Bein gebrochen hat, ist er nach der Heilung aufs Rad gestiegen, um in eine gewisse Fitness zurückzufinden. „Außerdem hatte ich auch einige Pfunde angesetzt“, erinnert er sich lachend. Für Alexander Poger – übrigens ebenfalls Berufsfeuerwehrmann- war es eine Operation am Meniskus, nach der er aufs Rad gestiegen ist. Bei beiden wuchs quasi aus dem gesundheitlichem „Muss“ eine Leidenschaft, die sogar bis hin zum Wettkampfradsport führte. „Körper und Geist haben sich dabei verändert, das kann man wohl sagen“, haben sie festgestellt. Alexander sagt lachend: „Ich bin jemand dem es Spaß macht, den eigenen Schweinehund zu brechen.“
Was beide gemeinsam haben: Trotz geringer Fitness stürzten sie sich ins Training und in diverse Radrennen und veränderten damit ihren gesamten Lebensstil.

Was beide festgestellt haben: „Immer wieder eigene Streckenrekorde zu brechen, das bietet ein Ventil, um den Kopf freizubekommen und auch die eigene Physis zu testen“. Natürlich ist das mit „harter Arbeit“ verbunden. Denn beide sind Familienväter und Berufsfeuerwehrmänner was sie unter einen Hut bekommen möchten. Das bedeutet auch, dass es schwierig ist, sich einer Radrenntruppe anzuschließen.
Mit KI, Youtube Videos und Podcasts verschaffen sie sich notwendige Informationen und erstellen sich Trainings- und Ernährungspläne. Denn jedes Kilo zu viel zähle und das besonders an den Beinen. Grundsätzlich wären sie beide für Rennradfahrer immer noch zu schwer, aber: „Ich glaube, dass das Gewicht nicht ganz so wichtig ist, sondern eher eine individuelle Geschichte, für mich kommt es darauf an, wie man fitnesstechnisch drauf ist“, sagt Marvin. Und vieles werde auch im Kopf entschieden. Alkohol kommt für die beiden Schüppenschützen im Ernährungsplan nicht vor. Und daran halten sie sich, denn „Zwei, drei Bier werfen mich im Training bis zu drei Tage zurück“, hat Marvin festgestellt.

Die Maxime der beiden, die sie gern auch an ihre Kinder weitergeben, lautet: „Niemals aufgeben“. Deshalb nehmen beide auch weiterhin an Rennen teil. Besonders Alexander Poger ist über seinen ersten Erfolg recht stolz. So ein Rennen decke natürlich auch Schwächen auf. Was ihnen am Ende wichtig ist, ist nicht gar nicht die Platzierung. Sie sagen: „Vom Fahrrad absteigen und sagen, ich habe alles gegeben, egal mit welchem Ergebnis, das ist uns wichtig.“
Wie geht es jetzt weiter? Alexander Poger trainiert weiter, um erfolgreich an der nächsten Qualifizierungsrunde für die EM und WM teilzunehmen. Für Marvin Schallenberg geht es zur WM nach Japan.
Anzeige
