Ehemalige Schützenköniginnen verlebten einen schönen Nachmittag
20.4.20206 Schermbeck (geg). Die ehemaligen Majestätinnen der Schermbecker Kiliangilde trafen sich am Samstag im Angelparadies Schoel und tauschten Erinnerungen über ihre „Amtszeiten“ aus. Entstanden ist die Idee auf dem Fähnchenschützenfest im Jahr 2016, als Alexandra Schult Königin war. Dort kamen einige ehemalige Würdenträgerinnen zusammen, um der neuen Fähnchenschützenkönigin Alexandra zu gratulieren. Das Treffen wurde seinerzeit zum kleinen, durchaus wiederholungswürdigen Fest und zack war die Idee des Stammtisches geboren, der auch gar nicht lange auf sich warten ließ.
Diese Treffen werden von Kerstin Hoppe, Königin aus dem Jahr 2014/2015, organisiert, finden mehr oder weniger regelmäßig statt und werden gerne wahrgenommen. Mal sind mehr, mal weniger Damen dabei. Am Samstag waren es 14 der noch lebenden 32 Majestätinnen. „Einige Damen haben krankheitsbedingt absagen müssen“, so Kerstin Hoppe. Sie hat außerdem erfahren: „Alle ehemaligen Königinnen bekommen wir nie unter einen Hut.“
Und wenn auch viele bei der Gestaltung ihres Festes ganz unterschiedliche Schwerpunkte setzten, in einem waren sich alle Damen im Nachhinein einig: „Die Kutschfahrt beim Umzug war das Highlight schlechthin.“
Mit dabei war an diesem Tag auch Kimberly Kister, die amtierende Schützenkönigin der Kilian-Schützengilde. Lachend erzählte sie, dass es sehr spannend gewesen sei, zu hören, was die vergangenen Königinnen erlebt hätten und was ihnen wichtig gewesen sei. „Es ist gar nicht schlimm, dass wir nur ein Thronpaar haben“, sagt sie.
Ihre Regentschaft kam für Kimberly Kister mehr als überraschend. Nichts war vorbereitet, keine Thronkonstellationen waren vorher abgesprochen. Eine Situation, die so manche der anwesenden Damen bereits erlebt hatte. Denn für die meisten der ehemaligen Königinnen kam die Regentinnenwürde unverhofft. Ludgera Krass (Regentin 1970/1971) erinnert sich: „Ich hatte vier Kinder, Michaela war gerade ein Jahr alt.“ Alles habe sich aber wunderbar gefügt, sodass sie das Fest auch genießen konnte.
Königin zu sein, sei ein Erlebnis gewesen, das unter die Haut ging und welches man nicht mehr missen möchte, berichtete Gabi Beck, die 2006 Königin wurde. Sie musste lange auf die Königinnenwürde warten. „Sieben Jahre hat mein König Wilhelm Hülsmann mitgeschossen, bis der Vogel endlich fiel.“ Jedes Jahr habe sie das Kleid vor dem Fest anprobiert, das sie direkt nach der Frage, ob sie seine Königin werden wolle, für diesen Anlass gekauft habe. „In dem betreffenden Jahr habe ich es ignoriert – und schon fiel der Vogel“, erinnert sich Gabi Beck lachend. Und das Kleid? Es passte noch.
Kimberly Kister freut sich auf die Festtage im Juli und darauf, eigene Roben tragen zu können. Denn auch die Kleider für die offiziellen Auftritte nach dem alles entscheidenden Treffer ihres Königs, mussten geliehen werden. „Ich habe mich dabei nicht wohlgefühlt“, resümiert sie. Was auf ihren König Jeremy Geßmann wartet? „Ich habe von einer Ehemaligen erfahren, dass ihr König ihr alle fünf Jahre einen Blumenstrauß schenkt“, sagt sie und lächelt verschmitzt. Eine Tradition, die ihr sehr gefällt und die ihr König in Zukunft wohl einführen darf, wie ihr Gesichtsausdruck verrät.
Das nächste Treffen ist bereits für Ende August/Anfang September geplant