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 Verabschiedung gesamt

Ausgeschiedene Ratsmitglieder für ihren Einsatz gewürdigt und verabschiedet

15.12.2025 Schermbeck (geg). „Es gibt Tagesordnungspunkte, die lassen sich sachlich abhandeln - Und es gibt Tagesordnungspunkte, die verdienen es, mit Respekt, mit Dankbarkeit und mit einem Moment des Innehaltens begangen zu werden“, hieß es in der Begrüßungsrede von Bürgermeister Mike Rexforth zur Verabschiedung der ausgeschiedenen Politiker der letzten und vorletzten Wahlperioden. Vorgetragen wurde diese aufgrund seiner Erkrankung von seinem Stellvertreter Ulrich Stiemer.
Rexforth hatte sich schon im Jahr 2020 dafür entschieden, die Verabschiedung nicht im Ratssaal vorzunehmen, sondern in der Ehem. Ref. Kirche in einem passenden festlichen Rahmen. Aufgrund der Coronapandemie musste das vertagt werden.
Teilweise über Jahrzehnte hinweg haben die Politiker Verantwortung getragen – Verantwortung für Entscheidungen, für Entwicklungen, für das Zusammenleben der Menschen in der Gemeinde. Ehrenamtlich, neben Beruf, Familie und privaten Verpflichtungen. Kommunalpolitik sei die unmittelbarste Form der Demokratie, hieß es. Und: „Wer sich auf sie einlässt, weiß: Es gibt keine klar gezogenen Arbeitszeiten, keinen geregelten Feierabend und selten ein wirklich freies Wochenende“.
Auch die Laudationes hatte der Bürgermeister für diesen Anlass ausgearbeitet. Stiemer betonte, dass ihn mit vielen der an diesem Tag Geehrten eine gemeinsame politische Geschichte und eine persönliche Verbundenheit verbinde. Persönlich verabschiedet wurden Eva-Maria Zimprich (2004 bis 2020), Engelbert Bikowski (1991 bis 2020), Klaus Roth (1994 bis 2025) und Wilhelm Hemmert-Pottmann (1994 bis 2020), sowie Uwe Karla (2004 bis 2020) und Marc Overkämping (2020 bis 2025) die im Kern das kommunalpolitische Engagement gemein hatten.
Eines verbinde all diese Jahre und Politiker hieß es in der Ansprache: „Unterschiedliche politische Auffassungen, unterschiedliche Wege, unterschiedliche Schwerpunkte. Aber stets mit dem gemeinsamen Ziel, das Beste für Schermbeck zu erreichen.“ In kurzen persönlichen Statements spiegelte sich die Haltung der Geehrten eindrucksvoll wider.

Eva

In der Laudation betonte Rexforth: Liebe Eva-Maria, du hast diese Gemeinde bereichert.
Du hast mitgedacht, mitgestaltet und mitgeholfen.
Du warst kein lauter Mensch – aber du warst ein wirksamer Mensch. Und du hast mit deiner Arbeit genau das getan, was Kommunalpolitik im besten Sinne ausmacht: Du hast das Leben vieler Menschen hier in Schermbeck ein kleines Stück besser gemacht.
Eva-Maria Zimprich brachte es auf den Punkt: „Wenn man am Ende das Ergebnis sieht, weiß man es war der Sache und der Mühe wert.“

Engelbert

Ulrich Stiemer verlas: "Lieber Engelbert, Du hinterlässt Spuren. In Beschlüssen, in Strukturen, in Entwicklungen. Aber vor allem hinterlässt Du ein Beispiel dafür, was kommunales Ehrenamt bedeuten kann: Beständigkeit, Sachlichkeit, Pflichtbewusstsein und Nähe zu den Menschen." Dein Engagement war immer ehrenamtlich. Es wurde getragen von der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Getragen von der Überzeugung, dass Demokratie vom Mitmachen lebt – und dass eine Gemeinde nur dann stark ist, wenn Menschen bereit sind, Zeit, Kraft und Haltung einzubringen
Engelbert Bikowski bedankte sich vor allem bei seiner Frau Christel, die vor 51 Jahren den Wunsch hatte nach Schermbeck zu ziehen. „Schermbeck liegt mir am Herzen, ich habe mich gern engagiert, auch wenn die Zusammenarbeit nicht immer einfach war.“

UweK

In der Laudation betonte Rexforth mit Uwe Karla einen Mann zu verabschieden, dessen Ratsarbeit, dessen Haltung und dessen Persönlichkeit in der Gemeinde Schermbeck Spuren hinterlassen haben. "Wir verabschieden heute keinen stillen Mitläufer, keinen bequemen Ja-Sager – wir verabschieden einen kommunalpolitischen Charakter. Einen, der hinsah, der nachfragte, der sich einmischte. Einen, der nicht alles hinnahm, aber immer das Wohl Schermbecks fest im Blick hatte. Die politische Kultur lebt davon, dass Menschen wie du Verantwortung übernehmen: mit Rückgrat, mit Mut, mit klaren Worten, mit kritischem Denken – und mit jener Kompromissfähigkeit, ohne die Kommunalpolitik nicht funktionieren kann." 
Uwe Karla betonte, dass es ihm stets um die Sache gegangen sei: „Die Rückmeldungen haben mir gezeigt, dass sich der Einsatz gelohnt hat.“

Hemmert

 Rexforth bescheinigte dem scheidenen Politiker Wilhelm Hemmert-Pottmann ein hartnäckiger Anwalt der landwirtschaftlichen Betriebe gewesen zu sein, ein Verfechter guter, sicherer und funktionsfähiger Wirtschaftswege, ein Bewahrer der ländlich geprägten Kulturlandschaft, die unser Schermbeck so unverwechselbar macht. Nicht selten waren es gerade diese Themen, die im politischen Alltag zu kämpfen haben, um gehört zu werden.
Er hat verstanden, dass Zukunft ohne Herkunft nicht funktioniert. Dass Weiterentwicklung immer Wurzeln braucht. Und dass Kommunalpolitik niemals nur Zahlen und Paragrafen ist, sondern immer auch Heimat. "Du kamst nicht  um zuzuschauen- du kamst um mitzugestalten.". 
Wilhelm Hemmert-Pottmann sagte kurz und knapp: „Ich kann nur sagen, es hat Spaß gemacht.“

 Roth

Lieber Klaus, du hattest oft die Rolle des kritischen Kopfes, des beharrlichen Mahners, manchmal auch des unbequemen Diskussionspartners, hieß es in Rexforths Laudatio. Aber du warst niemals destruktiv. Deine Kritik war nie Selbstzweck, sondern Ausdruck eines tiefen Verantwortungsbewusstseins für diese Gemeinde. Und genau deshalb hast du dir Respekt erarbeitet – parteiübergreifend. Und:  "Es ist kein Zufall, dass dein Name über all die Jahre mit Themen verbunden war, die andere oft erst spät auf dem Radar hatten: die Belange der älter werdenden Generation, nachhaltige Infrastruktur, solide Haushaltsführung, sorgfältige Kontrolle öffentlicher Mittel. Du wolltest niemandem gefallen – du wolltest gute Entscheidungen. 
Klaus Roth, der ursprünglich gar nicht politisch aktiv werden wollte, wie er betonte, möchte auch jetzt sein ehrenamtliches Engagement nicht komplett beenden. Er interessiere sich für den Seniorenbeirats, den er unterstützen möchte.

Marc

Mit Marc Overkämping sei ein junger Mensch, angetreten, um Dinge zu verändern – nicht aus Eitelkeit, nicht aus Lautstärke, sondern aus Überzeugung, aus Verantwortungsgefühl und aus einem tiefen Verständnis für die Zukunft der Gemeinde. "Lieber Marc, du warst in diesen fünf Jahren oft derjenige, der sagte: „Lasst uns das größer denken.“ „Lasst uns das langfristiger betrachten.“ „Lasst uns Verantwortung übernehmen – nicht nur für uns, sondern für die, die nach uns kommen.“ Du hast Nachhaltigkeit nicht nur als ökologisches Stichwort verstanden, sondern als Grundhaltung: finanzielle Nachhaltigkeit, soziale Nachhaltigkeit, strukturelle Nachhaltigkeit. Ein Denken, das wir in der Kommunalpolitik dringend brauchen. 
Marc Overkämping unterstrich seine emotionale Verbundenheit mit Schermbeck: „Mein Herz schlägt in und für Schermbeck, es freut mich, dass die Zusammenarbeit fraktionsübergreifend funktioniert.“ 


Aus dem Rat ausgeschieden sind im Jahr 2020: Engelbert Bikowski, Wilhelm Hemmert-Pottmann, Uwe Karla, Michael Fastring, Jörg Juppien, Eva-Maria Zimprich, Martina Gelzeleuchter, Britta Wegner, Stefan Franzke
In diesem Jahr sind ausgeschieden: Klaus Roth, Günter Beck, Alexander-Josef Warmers, Thomas Pieniak, Marc Overkämping, Maximilian Messing, Simon Bremer. Auch das Wirken von Günter Gätzschmann, der im letzten Jahr verstorben ist, wurde gewürdigt.