"Das kann ja wohl nicht wahr sein"- Kurioses im Polizeialltag

24.8.2018 Kreis Wesel (pd). Die POlizei ebrichtet: Das kann ja wohl nicht wahr sein! Doch. Manchmal denken wir, uns mitten im Kuriositätenkabinett zu befinden.

Dann nämlich, wenn wir als Pressestelle morgens die einzelnen Sachverhalte lesen, mit denen sich unsere Kolleginnen und Kollegen befassen mussten. Wir haben die außergewöhnlichsten der letzten Wochen einmal gesammelt. Von wegen geht nicht, gibt's nicht! Leider doch:

 

Moers - Am 02.08. gegen 22.15 Uhr führte der Weg unsere Kolleginnen und Kollegen geradewegs in eine Gaststube. Drei Männer hatten nämlich ihren eigenen Wein mitgebracht und waren dabei, ihn dort vor den Augen des Wirts zu trinken. Das fand dieser logischerweise überhaupt nicht lustig. Als dann noch einer der Kamp-Lintforter einen Stuhl beschädigte, weil er sich nach hinten gelehnt und "gekippelt" hatte, rief dieser die Polizei. Nun ja, die 44 und 48 Jahre alten Herren erklärten, nicht gewusst zu haben, dass man seine eigenen Getränke nicht mitbringen darf. Das half trotzdem nichts. Schadenersatz und Rausschmiss waren die Folge.

Folgen hatte zwei Tage später (04.08.) auch der Wutausbruch einer 30-jährigen Moerserin: Nach regelmäßigen Streitigkeiten mit ihrer 25-jährigen Nachbarin aus dem Erdgeschoss reichte es ihr anscheinend und die Rache entlud sich inklusive einer Flasche Sonnenblumenöl auf den Sonnenschirm, die Terrasse und die Kontrahentin selbst. Diese rief die Kollegen zur Hilfe, die wiederum feststellten, dass es sich bei dem vermeintlichen Sonnenöl um Putzwasser gehandelt hatte. Doch damit nicht genug. Die hitzige 30-Jährige ließ sich kaum beruhigen und die Polizisten hatten nicht nur damit ihre Mühe, sondern anschließend auch noch die Aufgabe, den Kriminalfall zu Papier zu bringen.

Einen anderen Kriminalfall beschäftigt jetzt ebenfalls die Kripo in Moers: Nachdem mehrfach die von seiner Lebensgefährtin gepflanzten Blumen im Kübel am Hauseingang des Hohen Wegs eingegangen waren, wollte der Lebenspartner der Sache auf den Grund gehen und installierte eine Videokamera am Hauseingang. Leider nur mit mäßigem Erfolg. Nach erneuter Neubepflanzung schlug ein Unbekannter zwar wieder zu, in dem er eine unbekannte Flüssigkeit auf die Pflanzen schüttete, doch er drehte bedauerlicherweise der Kamera den Rücken zu. Wer also am 19.08. oder in den Tagen zuvor etwas Verdächtiges beobachtet hat, möge sich bitte bei der Polizei in Moers unter 02841-171-0 melden.

In Dinslaken kam es am 12.08. gegen 16.15 Uhr zu einem Streit unter Geschwistern, so dass die Kolleginnen und Kollegen zu einer öffentlichen Toilette eilten. Doch die Bescherung war bereits vorbei: Eine 45-jährige Frau hatte ihre 55-jährigen Schwester mit einem Mörserstößel mehrfach auf den Kopf geschlagen und sich bereits in unbekannte Richtung entfernt. Die verletzte Schwester konnte ambulant behandelt und anschließend aus dem Krankenhaus entlassen werden. Den Grund der Auseinandersetzung beschäftigt zurzeit die Kripo in Dinslaken.

In Wesel kam es in der Nacht des 14.08. zu einem Wassermelonenweitwurf. Eine der Melonen beschädigte eine Zaunlatte, die andere durchflog einen Garten, bis sie nach vier Metern im selbigen zerbarst. Reste einer weiteren zerschlagenen Melone fanden die Beamten in der Nähe einer Mülltonne auf dem Boden verteilt.

In Schermbeck rief am 05.08. gegen 02.45 Uhr ein Taxifahrer die Polizei, weil ein Unbekannter an der Hausfassade des alten Rathauses hochgeklettert war und auf einem Mauervorsprung herumturnte. Just als die Kollegen und Kolleginnen eintrafen, kletterte er herunter und gab Fersengeld. Allerdings nicht schnell genug. Der 28-Jährige verbrachte anschließend zur Ausnüchterung und zu seinem eigenen Schutz die Nacht im Gewahrsam der Wache Dinslaken.

In Xanten brachten Scherben einer 72-Jährigen kein Glück, sondern vielmehr einen Sachschaden von geschätzten 1.000 Euro. Am 04.08. gegen 11.05 Uhr rief die Rentnerin die Polizei. Sie hatte beobachtet, wie ihre 73-jährige Nachbarin Weinflaschen aus dem zweiten Obergeschoss auf ihr Auto warf. Der Grund für diese Handlung war ihr nicht schlüssig, die 73-Jährige konnte an Ort und Stelle nicht befragt werden. Die Kolleginnen und Kollegen fegten anschließend die Scherben und Splitter der zerbrochenen Weinflasche von der Straße und stellten eine heil gebliebene Flasche, die sie in einem Kiesbett fanden, sicher.

Damit enden unsere gesammelten Werke, die wieder einmal beweisen, dass bei der Polizei kein Tag wie jeder andere ist. An dieser Stelle daher einmal ein Hoch von uns an unsere Kolleginnen und Kollegen, die tagtäglich mit Ruhe und Besonnenheit derartige Sachverhalte lösen