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Das Grundwasser am Niederrhein – Gebeutelt durch Futterimporte und Gülletourismus

13.3.2018 Kreis Wesel. Der VSR-Gewässerschutz macht mit seiner aktuellen Nitratkarte des Niederrheins auf die Probleme des Grundwassers in der Region aufmerksam.

Die Karte zeigt: Der Niederrhein ist viel zu stark belastet. Besonders ländliche Räume sind von den hohen Nitratwerten betroffen. Die Nitratbelastung hat unterschiedliche Ursachen. Hauptgründe sehen die Mitarbeiter vom VSR-Gewässerschutz in den Massentierhaltungen sowie dem Gülletourismus am Niederrhein. Die Umweltschützer fordern, dass Nutztiere mit regionalen Produkten gefüttert werden und dass die Einhaltung der Düngeverordnung besser kontrolliert wird.

Die Karte stellt die Ergebnisse der Brunnenwasseruntersuchungen des Vereins in den Jahren 2013 bis 2017 strukturiert dar. Es ist klar erkennbar, dass die Nitratkonzentrationen in den Städten geringer sind als in landwirtschaftlich genutzten Gebieten: So ist das Grundwasser von Mönchengladbach, Duisburg und Oberhausen weniger belastet. „Uns erreichen immer wieder Behauptungen, dass die Gartenbesitzer selber der Grund für die Überdüngung des Grundwassers seien. Wenn das stimmen würde, wären die Werte in den städtischen Gebieten aber nicht besser, als in den ländlichen.“, so
Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.

Hohe Nitratwerte sind für Gartenbesitzer problematisch. Belastetes Brunnenwasser kann nur noch eingeschränkt verwendet werden. Doch nicht nur Brunnenbesitzer bekommen die Nitratanreicherung zu spüren: Zu viel Nitrat im Grundwasser erhöht die Wasserpreise. Im schlimmsten Fall stehen die Wasserressourcen künftigen Generationen nicht mehr als Trinkwasser zur Verfügung.

Am Niederrhein gibt es eine große Zahl an Massentierhaltungen. Zudem bauen die Betriebe wenig Futter selber an, sondern importieren es aus anderen Regionen. Die Maisfelder am Niederrhein dienen zum Großteil der Energiegewinnung in Biogasanlagen, statt Futter für Tiere zu liefern. Stickstoff aus dem importierten Futter gelangt schließlich über die Gülle in Form von Nitrat in das Grundwasser. Da sie nicht ursprünglich vom Niederrhein stammen, gibt es keinen geschlossenen Kreislauf und das Nitrat reichert sich immer weiter im Untergund an. „Der Import von Futtermitteln muss verringert werden. Wir raten Verbrauchern, direkt beim Erzeuger zu kaufen und sich über die Fütterung der Tiere zu informieren.“, so Lina Remme, Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst. Der VSR-Gewässerschutz fordert, dass Betriebe nur die Anzahl an Tieren halten, für die das Futter im eigenem Betrieb angebaut werden kann.

Letztes Jahr wurde die Düngeverordnung novelliert. Ob die Nitratbelastung dadurch verringert wird, muss sich noch zeigen. Sorge bereitet den Vereinsmitgliedern, wie die Einhaltung der Verordnung überprüft wird. Es werden nur die Aufzeichnungen der Betriebe kontrolliert. Der VSR- Gewässerschutz fordert Kontrollen durch staatliche Messungen direkt auf dem Feld. Denn sowohl in den Niederlanden als auch in Deutschland muss seit den 90er Jahren die Düngung reguliert werden. Dies gibt die EU-Nitratrichtlinie vor. In den Niederlanden werden jedoch die Nährstoffmengen, die auf den Äckern landen, viel stärker kontrolliert als in Deutschland. Deswegen ist der sogenannte „Gülletourismus“ entstanden. Niederländische Landwirte exportieren ihre überschüssige Gülle – auch an den Niederrhein. Der Gülletourismus belastet die Region zusätzlich.

Verstärkt wird das Problem in den Kreisen Kleve und Viersen durch den Anbau von Gemüse. Die Nährstoffmenge bei der Feldbestellung von Gemüse ist schwer kalkulierbar. Es kann häufiger zu einem Nährstoffmangel kommen, der die Pflanzenoptik verschlechtert. Gemüse, das für den Großhandel produziert wird, muss jedoch nahezu perfekt aussehen. Dementsprechend ist es sicherer für die Landwirte, stärker zu düngen, als es für die Pflanzen notwendig wäre. Ein Nährstoffmangel wird gar nicht erst riskiert. Hier muss dringend ein Umdenken bei den Konzernen und Verbrauchern stattfinden. Damit der Gemüseanbau das Grundwasser in Zukunft weniger belastet, muss auch weniger optisch ansprechendes Gemüse gekauft werden.

Über den Verein:
Der VSR-Gewässerschutz engagiert sich seit 1981 für den Schutz von Grund-und Oberflächenwasser gegen Verunreinigungen. Durch Brunnenwasserproben und Messfahrten an Flüssen decken Vereinsmitarbeiter Belastungen auf. Seit 2017 ist der Verein Einsatzstelle im Bundesfreiwilligendienst. Ab August/September sind wieder zwei Stellen für Freiwillige zu besetzen.

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