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Der AWO Kreisverband Wesel reagiert mit neuem Angebot für Senioren

24.3.2020 Kreis Wesel (pd). „Die Initiative kam spät abends über SMS vom AWO-Präsidenten Ibrahim Yetim“ freut sich AWO-Chef Jochen Gottke.

Denn damit war der Abend gelaufen, eine kreative Idee zwischen den Beiden folgte auf die nächste. Tags drauf war die ganze AWO-Belegschaft in Rheinberg von der Idee infiziert und nur drei Tage später stand das Projekt: Das Senioren-Telefon für den Kreis Wesel.

Damit will die AWO einen für die Nutzer kostenlosen Ausgleich der virusbedingten und staatlich verordneten Kontakt-Reduzierung, vor allem bei ganz alten Menschen schaffen, die als besonders gefährdete Risikogruppe gilt. „Anders als bei jüngeren Menschen, ist den betagten und auf ihren Wohnraum begrenzt lebenden Menschen die Kommunikation über Social-Media-Plattformen unbekannt“, erläutert Ibrahim Yetim seine Idee für das Senioren-Telefon. Aber, „ein Telefon kennt jeder!“

Und so wie im digitalen Netzwerkbereich will die AWO über das Telefon die unterschiedlichsten Gesprächsbedarfe bei alten Menschen decken: allem voran stehen aktuelle Informationen über die derzeitige Pandemie-Situation im Vordergrund, auch Regeln bei Besuchen und anderen sozialen Kontakten, Tipps und Hilfen zur Alltagsbewältigung oder auch die Vermittlung an Vor-Ort-Organisationen und Bringdiensten. „Manchmal“ so Jochen Gottke, der als Vermieter von 150 AWO-Senioren-Wohnungen selbst Erfahrung hat, „suchen diese oft einsamen Menschen einfach das persönliche Gespräch“.

Das notwendige Personal für den Start des Senioren-Telefons war schnell gefunden: „Viele unserer vom KiTa-Betrieb derzeit freigestellten Erzieherinnen oder auch sozialpädagogischen Kräfte etwa aus den Jugendzentren waren sofort bereit, stundenweise den Telefondienst zu übernehmen“ berichtet Benjamin Walch, Geschäftsbereichsleiter Kinder und Jugend beim AWO-Kreisverband. Und auch aus den AWO-Ortsvereinen melden sich die ersten ehrenamtlich Tätigen zum Telefondienst, AWO-Präsident Yetim gehört dazu. Somit kann die AWO den Start des Seniorentelefons ab Mittwoch den 25. März unter der Rheinberger Telefonnummer 02843-4979599 beginnen: Montag bis Donnerstag von 8 bis 18 Uhr und Freitag von 8 bis 15 Uhr.

Die AWO hofft, dass viele Menschen in den kommenden Wochen über dieses Telefon-Netzwerk einen Weg aus Einsamkeit und fehlender Mobilität finden und damit zur Stabilisierung ihrer geistigen, seelischen und körperlichen Gesundheit beitragen. „Personell machen wir uns Sorgen über den Telefonbetrieb nach den Schulosterferien“ so Jochen Gottke, „dann muss das freigestellte Personal voraussichtlich wieder in den Regelbetrieb und wir benötigen Finanzmittel für zusätzliches Personal“.

Man sei aber bereits im Gespräch mit den Verantwortlichen beim Kreis Wesel, zu dessen Aufgaben die Seniorenarbeit gehört. Und Gottke geht davon aus, dass bei guter Annahme des Senioren-Telefons der Kreis Wesel und die kreisangehörigen Kommunen ihrer Verantwortung für ein solches Senioren-Netzwerk auch finanziell nachkommt.

Infokasten:
Start des Seniorentelefons ist ab Mittwoch den 25. März unter der Rheinberger Telefonnummer 02843-4979599.
Die AWO-Mitarbeiter*innen sind montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr erreichbar.

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