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Autobahn-Baustellen: Anteil der Wochenend- und Nachtarbeit steigt

Recklinghausen (straßen.nrw). Schneller bauen, besser koordinieren und so die Verkehrsteilnehmer weniger belasten - mit diesem Ziel geht Straßen.NRW die
notwendige Sanierung und den Ausbau der Straßen-Infrastruktur in Nordrhein-Westfalen an.

Gut 130 Großbaustellen stehen in den kommenden zwei Jahren auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen an. Auf der zentralen Baustellenkonferenz hat der Landesbetrieb Straßen.NRW am Dienstag (18.2.) in Recklinghausen Vertreter von Kommunen, Wirtschaft und Verbänden über die wichtigsten Vorhaben informiert. Auch die Deutsche Bahn und Vertreter anderer Verkehrsträger waren zu der Konferenz geladen. "Wir wollen eng mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, um für unsere Planungen alle Bedürfnisse zu kennen", sieht Straßen.NRW-Direktorin Elfriede Sauerwein-Braksiek die Baustellenkonferenz vor allem als Informationsbörse. "Es ist ein Netzwerk für eine bessere Mobilität."

"Am Bau führt kein Weg vorbei", sagt Sauerwein-Braksiek mit Blick auf die vielen Großprojekte, die das Autobahnnetz fit für die Zukunft machen sollen. Ob es der
sechsspurige Ausbau der A43 ist oder die Brückenneubauten an der A45 - "wir müssen ein in die Jahre gekommenes Netz den aktuellen Belastungen anpassen und für die kommenden Jahrzehnte leistungsfähig aufstellen. Und das unter laufendem Verkehr." Dass nach Möglichkeit alle Fahrspuren - wenn auch verengt -
beibehalten werden, stellt Planer wie Verkehrsmanager vor große Herausforderungen. Hinzu kommt, dass nicht nur das Autobahnnetz mit Baustellen belastet ist, auch Bundes- und Landesstraßen müssen saniert werden, die Bahn baut ebenso wie Städte und Gemeinden. Koordination ist also besonders wichtig.

Dabei hilft die Digitalisierung. In der von Straßen.NRW aufgebauten Datenbank
"TIC Kommunal" werden Baustellen verkehrsträgerübergreifend erfasst, die für den Verkehr relevant sind. Wer dort seine Maßnahme einträgt, wird automatisch auf mögliche Konflikte mit anderen Maßnahmen hingewiesen. Ein System, das umso besser funktioniert, umso mehr Kommunen sich beteiligen "66 Prozent aller Kreise und kreisfreien Städte sind inzwischen dabei", sagt Dr. Jan Lohoff, Leiter der Abteilung Verkehrssteuerung und der Stabsstelle Baustellenkoordination in der Straßen.NRW-Verkehrszentrale.

Datenbank dient Koordination und Routenplanung
Wer baut wann, wo und wie lange? Alle Informationen über Baustellen auf Straßen und Schienenstrecken werden in der Datenbank gesammelt. Den teilnehmenden Kommunen und Kreisen wie auch der Bahn wird dieses Koordinierungswerkzeug kostenlos zur Verfügung gestellt. Doch nicht nur die Infrastruktur-Planer profitieren von der Datenbank. Die in TIC Kommunal erfassten Baustellen werden gemeinsam mit den Maßnahmen des Landesbetriebes über den Mobilitätsdatenmarktplatz (MDM) des Bundes veröffentlicht. Und stehen so auch Anbietern von Navigationssystemen zur Verfügung. "Bei einem unvorhersehbaren Stau auf der Autobahn kann so vermieden werden, dass der Verkehr auf eine Strecke mit einer Baustelle umgeleitet wird", erklärt Jan Lohoff. Verkehrsteilnehmer können auch direkt zugreifen. Alle Infos fließen in das Straßen.NRW-Mobilitätsportal verkehr.nrw.de ein und helfen so bei der Routenplanung.

Auch ein kurzfristiger Blick in das Portal verkehr.nrw.de ist sinnvoll, denn nicht nur die langfristigen Baumaßnahmen beeinflussen den Verkehr, dasAutobahnnetz muss auch täglich gepflegt werden. Die Folge: Gut 20.000 Tagesbaustellen im Jahr - zum Beispiel Markierungsarbeiten, Gehölzpflege, Reinigung oder das kurzfristige Reparieren von Schadstellen oder Unfallschäden - kommen zu den baustellenbedingten Beeinträchtigungen hinzu. Diese Tagesbaustellen werden in der Regel so eingerichtet, dass sie den Pendlerverkehr nicht belasten. Über 50 Prozent der so genannten Tagesbaustellen auf den am meisten belasteten Strecken werden inzwischen in der Nacht erledigt.
Die Baustellen längerer Dauer werden darüber hinaus mittlerweile ganz oder in Teilen, wenn sie über mehrere Monate gehen, zu einem Drittel am Wochenende abgewickelt.

Beschleunigung von Baumaßnahmen
Koordinieren ist gut, beschleunigen noch besser. Seit 2018 sorgt der so genannte 8-Punkte-Plan dafür, dass Baumaßnahmen schneller abgewickelt werden oder
baubedingte Verzögerungen wieder aufgeholt werden können. So können Zwischenfristen und Bonus-/Malus-Regelungen vereinbart werden. In so genannten Mischlosen werden verschiedene Gewerke in einem Auftrag gebündelt. In den vergangenen zwei Jahren wurden bei über 60 Prozent der 8-Punkt-Plan-Maßnahmen diese Mischlose ausgeschrieben. Gesteigert wurde der Anteil der Baustellen, auf denen 24/7 - also rund um die Uhr - gearbeitet wird. Hier wuchs der Anteil von vier (2018) auf 20 Baumaßnahmen im Jahr 2019. Beschleunigen sollen auch Funktionalausschreibungen, bei denen der Auftraggeber ein fertiges Bauwerk "bestellt". Die Verantwortung für fristgerechte Planung und Bau liegt dann beim Auftragnehmer. Bei mehr als 15 Projekten wurden darüber hinaus Beschleunigungen vereinbart. Damit werden insgesamt 275 Wochen Bauzeit eingespart.

Innovative Techniken
Schneller bauen, das funktioniert beim Thema Brücken auch durch innovative Techniken. Die erste so genannte Bausteinbrücke hat Straßen.NRW an der A46 bei
Hagen in nur 100 Tagen errichtet. Erfahrungen aus diesem und weiteren Projekten mit unterschiedlichen Ansätzen fließen in Planung und Bau ein. So entsteht derzeit im Zuge der A1 bei Unna eine weitere Bausteinbrücke, bei die Fertigung von großen Bauteilen im Betonwerk mit Arbeiten vor Ort so verzahnt wird, dass die Kernbauzeit um 40 Prozent verkürzt und so die hochbelastete Strecke früher wieder uneingeschränkt befahren werden kann. Schneller geht es auch mit Widerlagern aus bewehrter Erde. An der A3 bei Emmerich wurden diese Brücken-Widerlager ohne Beton angelegt, während auf einem Parkplatz ganz in der Nähe der Brückenüberbau montiert worden ist. In nur einer Wochenendsperrung konnte die fertige Brücke schließlich an ihren endgültigen Platz gebracht werden. Die Bauzeit hier: 80 Tage. Ebenfalls an der A3 hat Straßen.NRW den Bau mit Segment-Platten getestet, der nicht nur die Bauzeit verkürzt, sondern auch eine spätere Sanierung einfacher machen soll. Und nicht zuletzt wird derzeit an der A45 ein in Deutschland einzigartiges Verfahren vorbereitet, bei dem eine komplette Brücke samt Pfeiler an ihren endgültigen Platz verschoben wird.

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