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Von Tomaten, Gürkchen, Ersatznahrung und Diät-Vamps

20.11.2019 Schermbeck. Mit viel Schwung einer bestens gelaunten Autorin Nicole Staudinger startete der vergnügliche Abend im Begegnungszentrum des Rathauses unter dem Titel des gleichnamigen Buches „Ich nehm schon zu wenn andere essen“.

Das Equipment auf der Bühne: Ein königlicher Sessel in Schwarz und Gold. Mehr brauchte es nicht, um das Geschehen in Szene zu setzen. .
In einer frischen und unbekümmerten Art erzählte die heute 37-jährige von ihrem Beruf, Schlagfertigkeitsseminaren und ihren ersten kleinen Erfolgen und dem guten Gefühl erfolgreich zu sein......und von einer Krebserkrankung die ihr Leben veränderte. Das Gesamtpaket, bestehend aus diversen Operationen, Chemotherapie und all den unschönen Dingen, die mit einer Krebserkrankung einhergehen, mussten durchexerziert und ausgehalten werden. Verpackt hat sie das alles in ihrem neuen Buch "Ich nehm schon zu wenn andere essen", aus dem sie an diesem Abend erzählte.
Eigentlich sind die paar Pfündchen, die jede/r dann zulegt, durch Medikamente und wenig Bewegung- eigentlich nur ein kleines Problem. „Aber als Frau sieht man das natürlich anders und wird - von den Medien und vielen Fotos beeinflusst, schnell selbst zum Diät-Vamp.“ bestätigt Nicole Staudinger und hielt damit auch so manchem Gast den Spiegel vor die Nase. 
Ganz nach dem Motto: Packen wir den Stier bei den Hörnern, Ärmel hochkrempeln und los geht’s, soll es den Kilos an den Kragen gehen.
„Ab morgen wird alles anders“. Obwohl……… natürlich fängt jede Diät an einem Montag an. Denn wenn der Entschluss an einem Donnerstag gefasst wird, gibt es noch mindestens drei Tage an denen man es in Sachen Genuss nochmal krachen lassen kann. Klar, dass schallendes Gelächter den Saal erfüllte. Besonders mit vollem Magen lassen sich tolle Diätpläne ausarbeiten oder die Diätwilligen kaufen wunderschöne Sportbekleidung. Natürlich alles von der bequemen Couch aus.


Der Erfahrungsschatz an Abnehmprorgammen und damit verbundenen Produkten scheint bei der Protagonistin des Abends grenzenlos zu sein. Nichts sei ihr fremd, vieles habe sie selber schon ausprobiert, wie sie gestand. Sie kenne alle Tricks. Ob es sich um Ersatznahrung in flüssiger Form handelt, die  wie Gips schmeckt oder Figur formende Unterwäsche. Mutties Mieder heißt jetzt Shape-Wear – und das ganze Publikum lachte Tränen bei der Beschreibung und der Aufforderung so ein Hemdchen mal schnell anzuprobieren.
So ein richtig gemütlicher Abend … mit Tomaten und Gürkchen … ? Geht gar nicht! Staudinger sprach den diätgeprüften Damen aus dem Herzen. „Diäten sind ganz einfach, wenn die Versuchung nicht zu groß wäre.“ Apropos Versuchung. Eine Versuchung lukullischer Art gab es in der kleinen Pause, in der sich alle Gäste an den Leckereien der Landfrauen Schermbeck bedienen konnten. Es gab Brezeln, schöne und reichlich belegte Brote, sowie Pumpernickel-Käse-Ecken. Der Renner des Abends war ein Granatapfelsaft der mit Sekt oder Mineralwasser aufgespritzt war.
Nach der Pause bedankte sich Staudinger persönlich bei den Landfrauen für den leckeren Häppchenteller hinter der Bühne  "Die wissen wie es geht."
Und dann weiter im Programm: Als zweifache Mutter blieb es ihr und ihrem Mann nicht erspart an diversen Vorstellungsabenden für Schulen teilzunehmen, um eine gute Auswahl für ihre Kinder treffen zu können.


An einem der besagten Abende verschlug es sie an die, für sie und viele andere mit Vorurteilen behaftete Walldorfschule. „Wer will schon bis zum Abitur singen und klatschen“, so ihre Einführungsworte.
Der freundliche Mathematiklehrer, bekleidet mit einem selbstgefilztem, fast bodenlangen Mantel und ausgestattet mit einem Rauschebart erheblicher Länge, erfüllte so ziemlich alle gängigen Klischees, die es bezüglich dieser Schulform gibt.
Er hatte eine verwechselnde Ähnlichkeit mit Albus Dumbledore, dem Schulleiter aus dem Harry Potter Filmen. Besagter Lehrer stellte sich an die Tafel und schrieb „4+4=“. Drehte sich im Anschluss zu den Eltern um, schaute allen tief in die Augen und schrieb dann eine „8“ als Lösung dahinter. Große Erleichterung bei den Eltern – Er löste richtig!
Besagter Lehrer drehte sich zu den geladenen Eltern und sagte „Es ist wie es ist. Und daran wird sich auch nichts ändern. Aber 2+2+2+2 sind 8. Und 4x2 sind auch 8. Es gibt immer un-terschiedliche Wege, um zum gleichen Ergebnis zu kommen. Manchmal muss man einfach die Perspektive wechseln.“
Nicole Staudinger schlug schließlich die Brücke „Dieses Prinzip kann und sollte man auch auf Diäten übertragen“ lautet der Rat der Diät-Kennerin. „Nehmen wir die Acht für Achtsamkeit – Achtsam mit unserem Körper umgehen, damit er gesund bleiben kann. Der Weg muss nicht immer Kalorienzählen sein; Entdeckt den Sport für euch, auch wenn es schwer fällt. Es muss ja nicht olympiatauglich sein. Erfreut euch auch an den vielen anderen Dingen, die das Leben schön machen. Macht euren Frieden mit euren Pfunden. Wir sind keine Topmodels und sollten es keiner Diät erlauben unser Leben zu bestimmen. Feiern mit Freunden ist mindestens so sexy wie die Jeansgröße 36. Wechselt einfach mal die Perspektive und schaut nochmal genauer hin."
Die Autorin schafft es den ganzen Abend eine fast private Stimmung zu halten. Höchstens unterbrochen von Lachsalven des Publikums, wenn sie sich bei ihren Anekdoten sprachlich brillant und immer auf den Punkt. über die Tücken des Lebens ausließ.
Fazit: Ein wunderbarer Abend mit frischem Humor, unkompliziert präsentiert. 
Dazu eingeladen hatte Susanne Kötter, die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Schermbeck

Text: Marie-Luise Derwing-Franz und Fotos Sabrina Greiwe

 

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