Sommerlich leichte Biographie mit Tiefgang
24.05.2010 Schermbeck.(geg) Die Autorin Kerstin Höckel, geboren 1972, ist Filmemacherin, Drehbuchautorin und Schauspieldozentin. An der Hochschule der Künste Berlin hat sie Schauspiel studiert, dann einige Jahre für Theater (u.a. Maxim Gorki Theater Berlin) und Fernsehen gearbeitet. Mit ihrem Mann lebt sie abwechselnd in der Hauptstadt und auf einem Bergbauernhof. Im Vergleich zu ihrer Schwester hat sie allerhand sogenannte Freiheiten und fragt sich: Macht uns das glücklicher?
In ihrem flotten und temporeichen Familienroman „Wie kannst Du so fest glauben: Meine Schwester, der Gott der Juden und ich" gibt sie in ihrer manchmal schnodderigen , aber bildreichen „Schreibe" einen tiefen Einblick in das jüdisch-orthodoxe Leben der besetzten "Gebiete" Israels. Der Inhalt: Als sie aus Israel zurückkommt, ist es um die Schwester geschehen. Sie hat Ben geküßt, im Ziegenstall. Was als harmlose Lovestory beginnt, entwickelt Zündstoff. Claudia heiratet den Tischler aus Haifa, tauscht ihre Zukunft als Architektin gegen ein Leben mit der Tora, als jüdisch-orthodoxe Siedlerin im besetzten Gebiet. Ihre Röcke werden lang, aus Claudia wird Sara, und die Familie steht Kopf. Warum bleibt samstags der Kühlschrank zu? Warum steigst du mit knielangem Gummikleid ins Meer? Und wie machst du das bloß: Fünf Kinder, Tendenz steigend, Haushalt, Gebote, Gebete? Die Konflikte im deutschen Lehrerhaushalt sprengen die Grenzen der Toleranz. Dabei sind alle auf der Suche nach Sinn. »Fehlt Dir nichts, Schwesterherz? Nö, und dir?« Ein fesselndes und spannendes Buch welches man so schnell nicht wieder aus der Hand legen kann, leicht und doch mit Tiefgang.
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