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Warum Klein-Marie nicht baden will15.11.2011 Reken/Schermbeck (pd) Erfahrungen einer Oma: Klein-Marie liebte das Baden. Was gibt es Schöneres, als im warmen Wasser zu sitzen und mit Schaum und Bechern zu plantschen. Doch seit zwei Wochen war damit Schluss. Aus unerfindlichen Gründen wollte Marie nicht mehr baden. Und niemand wusste warum. Bis heute! Oma hat es herausgefunden. Maries Abneigung gegen das erfrischende Nass überraschte uns von einem Tag auf den anderen. Plötzlich lehnte sie jede Näherung unter zwei Metern an die Badewanne mit Nachdruck ab. Mehr noch! Sobald sie den Verdacht hegte, man könnte ein Bad für sie vorbereiten, bebte ihr kleiner Körper und das arme Kind brach regelrecht in sich zusammen. Was tun? Spätestens nach einer Woche war klar, dieser Popo musste ins Wasser. Und alle weiteren Hautfalten unterhalb sowie oberhalb auch. Der Waschlappen allein war nicht die Lösung. Nur - wie das Kind dazu bewegen, ohne es zu zwingen? Wir versuchten es mit Lieblingsspielzeug, welches plötzlich baden durfte. Mit neuem Badespielzeug. Mit Handpuppen-Waschlappen. Baden mit Mama. Baden mit Papa. Baden mit Oma. Was zum Glück auch nicht klappte. Wahrscheinlich hätte sie sich schon sehr über Omas nicht mehr ganz so rosige Haut gewundert. Nichts fruchtete. Schon beim Anblick der Badewanne, oder das Geräusch einlaufenden Wassers, verschwand Klein-Marie im Universum ihres Kinderzimmers und harrte mit erstaunlicher Geduld in der hintersten Ecke dort aus. Gestern war Oma es leid. Und nahm sich einen Vormittag viel Zeit. Den verbrachte ich mit hinterhältigen Lockversuchen und Übertreibungen über das angeblich so wunderschöne Wannenbad. Schließlich gingen wir beide in den Keller und öffneten eine der geheimnisvollen Plastikboxen, in der all die interessanten alten Spielzeuge aus Mamas Kindheit schlummern. Maries Augen vergrößerten sich. Ihr Mund nahm die Form eines dauerhaften 'O's ein. Da fanden wir sie – die 'Badepuppe' von Mami. Nackt und verfilzt. Marie war begeistert. Nachdem das zehn Zentimeter kleine Püppchen mit den Wuschelhaaren eine dreiviertel Stunde lang in einer Schüssel gewaschen wurde, war es so weit. Schnell die lilarote Strumpfhose und den Body ausgezogen. Klein-Marie ließ sich ins Wasser stellen. Endlich! Fünf Minuten später saß sie mit all den Hautfalten darin, die es nötig hatten. Selbstzufrieden wärmte ich schon mal das Badehandtuch an. Da musste also erst mal wieder die Oma die Sache richtig in die Hand nehmen und schon war das Problem erledigt! Als wäre nie etwas gewesen, spielte das Kind vergnügt in der Badewanne. Bis auf einmal etwas auf sie zu schwamm. Ich sah sie kommen. Die furchtbaren Ungeheuer. Sockenflusen! Wir kennen sie alle. Die Dinger, die peinlicherweise abends im Badewasser schwimmen können, wenn man tagsüber aufgeraute Kuschelsocken getragen hat. Flusen, die sich im Wasser zwischen den Zehen lösen. Nun schwammen zwei besonders imposante Exemplare dieser Sorte, in lilarot, auf das badende Kind zu. Klein-Marie geriet in Panik. Wer konnte es ihr verdenken? Locker aufgeweicht, schaukelten sie im Wasser hin und her, wie lebendige Tiere mit weit verzweigten Spinnenbeinchen. Mit nur einem Ziel – auf das Kind zu krabbeln! Da nützte es auch nichts, sie einzufangen und dem Kind die Harmlosigkeit der Flusen vorzuführen. Ich nahm das schreiende nackte Bündel in Empfang und wickelte sie in das vorgewärmte Handtuch. Nach dem Wickeln und Cremen packte ich die ihre lilarote Thermostrumpfhose und entfluste das Innenteil gründlich. Eine Arbeit, die wir demnächst vor dem Baden sehr gründlich erledigen werden. |




























