„Wir sind gefragt wie nie"
26.1.2012 Schermbeck (pd). Die Volksbank Schermbeck setzt auf Sicherheit, Beratungsqualität und Mitgliedschaft. Das betonten die Vorstandsmitglieder Wilhem Köster und Rainer Schwarz bei der Jahresbilanz-pressekonferenz.

Sicherheit, Beratungsqualität und Mitgliedschaft – das sind für die Vorstände der Volksbank Schermbeck die Gründe des Erfolgs: Rainer Schwarz und Wilhelm Köster präsentierten deutliche Zuwächse auf allen wichtigen Geschäftsfeldern bei der Jahresbilanz-Pressekonferenz. Und dies obwohl 2011 wieder „ein Jahr der besonderen Herausforderungen war in einem immer härter werdenden Wettbewerb", sagte Wilhelm Köster. „Wir sind gefragt wie nie", resümierte Rainer Schwarz. In der Konsequenz hat die Kreditgenossenschaft ihre Mitarbeiterzahl aufgestockt: 65 Frauen und Männer engagieren sich für die mittlerweile mehr als 15.000 Kunden, von denen fast zwei Drittel Mitglieder sind. „Andere bauen ab, wir dagegen haben in fünf Jahren sieben neue Arbeitsplätze zusätzlich geschaffen", so Schwarz. Auch die Ausbildungsquote ist mit sieben Nachwuchsbankern überdurchschnittlich. In Sachen Technik geht es ebenfalls voran: Kommunikation per Facebook, selbstgewählte Geheimzahl fürs Konto und das höchste Sicherheitsniveau beim Online-Banking festigen die Vorreiterrolle. „Zugleich bleibt für uns der direkte Draht von Mensch zu Mensch das Wichtigste", erläuterte Schwarz. Aktuell betreuen die Volksbank-Mitarbeiter ein Kundengeschäftsvolumen von 745 Millionen Euro. Das sind 25 Millionen Euro mehr als im Vorjahr, ein Plus von 3,4 Prozent. Die Bilanzsumme legte gar um 6,1 Prozent auf 396 Millionen Euro zu. Dabei habe die Kreditgenossenschaft das Geschäft mit anderen Banken nicht ausgebaut: „Wenn wir wachsen, dann weil wir mehr Einlagen von unseren Mitgliedern und Kunden haben. Und weil unsere Privat- und Firmenkunden ein Haus bauen, Immobilien kaufen oder in den eigenen Betrieb investieren. Wir brauchen kein Make-up für unsere Bilanz", so Wilhelm Köster. Auf der Passivseite der Bilanz finden sich 243 Millionen Euro als Einlagen von Mitgliedern und Kunden (plus 9,3 Prozent). Köster zeigte sich damit „ausgesprochen zufrieden, denn wir haben es wieder mit einem Wettbewerb zu tun, in dem einzelne Marktteilnehmer Zinssätze anbieten, die nicht kostendeckend sein können". Offenbar versuchen angeschlagene Finanzkonzerne so an Geld zu kommen: „Die meisten Verbraucher aber setzen auf Sicherheit. Deshalb kommen sie zu uns." Auf den Gehalts-, Geschäfts- und Tagesgeldkonten liegen beispielsweise über 74 Millionen Euro (plus 9,5 Prozent). Vor fünf Jahren waren es noch 37 Millionen Euro. „Wir empfehlen, regelmäßig einen Teil des kurzfristig verfügbaren Geldes mittel- und langfristig anzulegen, um Zinsverluste zu vermeiden", machte der Vorstand deutlich. Entsprechend habe das Wachstumssparen enorm zugelegt, und zwar um 26,3 Prozent auf fast 33 Millionen Euro. Zieht man die Kundeneinlagen in der Bilanz und vermittelte Vermögensanlagen zusammen, ergibt sich ein gesamtes Kundenvermögen von 335 Millionen Euro – ebenfalls ein Rekordwert. Mit diesem Vermögen finanziert die Volksbank weiterhin Projekte der Immobilienkäufer und Häuslebauer vor Ort sowie heimische Gewerbetreibende. „Wir investieren schon seit Jahren nicht mehr in Banken außerhalb des genossenschaftlichen Verbundes", sagte Wilhelm Köster: „Anleihen von Staaten mit zu hohen Schulden besitzen wir ebenfalls keine. Wir machen lieber reelle Geschäfte mit realen Menschen und realen Unternehmen in unserer Region." „Wir haben ein Bilanzwachstum bei den Kundenkrediten von 16 Millionen Euro notiert, also ein Plus von 5,3 Prozent", berichtet Köster. Das Neuvolumen lag bei 55 Millionen Euro, das Kundenkreditgeschäft innerhalb der Bilanz erreichte 330 Millionen Euro. Hinzu kommen 80 Millionen Euro vermittelte Kredite – macht ein betreutes Gesamtvolumen von 410 Millionen Euro. Generationenpartnerschaft, persönliche Betreuung und Engagement in der Region – diesen Weg werde die Volksbank auch in 2012, dem Internationalen Jahr der Genossenschaften, konsequent fortsetzen. Rainer Schwarz hob drei Aufgabenfelder heraus: „Wir sind die stärkste Förderkreditbank vor Ort. Nur bei uns werden aus Bank-Kunden auch Bank-Teilhaber. Und wir sind der Ansprechpartner Nummer eins für die ehrenamtlich engagierten Menschen vor Ort." 156 Förderkredite für Gewerbe, Landwirtschaft und Wohnungsbau hatte die Volksbank in 2011 beantragt und bekommen. Dahinter stecken ein langfristiges Kreditvolumen von 14 Millionen Euro sowie Gesamtinvestitionen von über 20 Millionen Euro. 512 Volksbank-Kunden sind 2011 Mitbesitzer ihrer Volksbank geworden. Die Gesamtmitgliederzahl wuchs um 331 auf 9.717. „Ich bin zuversichtlich, dass wir noch in diesem Jahr das 10.000. Mitglied begrüßen werden", sagte Schwarz. Allein 2011 hat die Volksbank Vereine und Institutionen vor Ort mit Spenden und Sponsoringmitteln von über 90.000 Euro unterstützt. „Dabei sind wir ausgesprochen zuverlässig", so der Vorstand: „Wir pflegen langfristige Partnerschaften auch auf diesem Gebiet." Kritik äußerte Schwarz an steigenden Anforderungen aus Politik und Aufsicht: „Leider werden regional aktive Banken wie wir hier immer noch ähnlich behandelt wie die Finanzindustrie mit ihren Konzernstrukturen." Das Mehr an Verwaltungsarbeit gehe zu Lasten der Beratung und damit der Kunden. Zufrieden ist die Volksbank mit ihrer Ertragslage. Die daraus folgenden Steuern zahlt Schwarz „nicht sehr gerne. Und auch nicht zu knapp. Aber auch nicht ungern. Denn wir wissen, dass unsere Gemeinde Geld braucht, um Bürgern und Unternehmen die richtige Infrastruktur zu bieten." Andere Banken dagegen sind in ihrer Existenz von staatlicher Hilfe und damit vom Steuerzahler abhängig. Der Blick des Volksbank-Vorstands auf zukünftige Entwicklungen war zweigeteilt: Während die allgemeine Wirtschaft Ungewissheiten berge, schaue man zuversichtlich auf den Mittelstand in der Region. Die Volksbank habe mittelständische Firmenkunden mit guten Aussichten und sicheren Arbeitsplätzen. „Unsere Aufgabe wird deshalb bleiben, diesen erfolgreichen Mittelständlern weiterhin genügend Finanzierungsmittel und eine zu hundert Prozent intakte Finanzdienstleistung bereit zu stellen", sagte Schwarz. Er ging aber auch davon aus, dass andere Kreditinstitute sich von Firmenkunden trennen werden – unter anderem, weil sie nicht genügend Eigenkapital für entsprechende Mittelstandskredite bereitstellen können: „Wir werden als genossenschaftliche Finanzgruppe nicht alle auffangen können." Für sinnvolle und zukunftsträchtige Investitionen stelle die Volksbank aber jederzeit jedem Mittelständler und Häuslebauer Beratung und Geldmittel zur Verfügung.
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